Oceanis 40.1

Beneteau komplettiert Programm mit neuer Oceanis 40.1

Die Fahrtenyacht der Mittelklasse bietet mehr Ausbauvarianten als alle Wettbewerber – mit bis zu vier Kammern, drei verschiedenen Kielen und drei Riggs

Jochen Rieker am 19.02.2020
Erste Illustrationen der neuen Oceanis 40.1 von Beneteau
Beneteau

Breites Heck, großes Cockpit und vier Ausbauvarianten unter Deck: Beneteaus neue Oceanis 40.1

Sie ist die wichtigste Neuerscheinung in Beneteaus bei weitem wichtigsten Programm. Und wohl auch deshalb hat der Weltmarktführer lange gewartet mit der Präsentation der Oceanis 40.1. Die Zwölf-Meter-Yacht, die in Bezug auf Volumen, Wohnkomfort und Variabilität Maßstäbe setzen soll, kommt diesen Sommer auf den Markt – als viertes und absehbar meistgefragtes Modell der aktuellen Fahrtenboot-Reihe.  

Die "Handschrift" der neuen Oceanis-Serie wirkt inzwischen vertraut. Seit der Premiere der Oceanis 51.1 vor zweieinhalb Jahren ist die starke Aufkimmung des Rumpfes im Vorschiff zum Erkennungsmerkmal geworden – ebenso wie der langgestreckte, relativ flache Kajütaufbau und die große Plicht. All das zeichnet auch die 40.1 aus, wenngleich hier mehr Kompromisse zwischen schierer Ästhetik und praktischem Nutzwert nötig waren.  

Die Neue ersetzt die bisherige Oceanis 41.1, deren Rumpf in Länge und Breite nahezu identische Maße hatte, aber eine weit weniger ausgereizte Flächennutzung. Womöglich macht sie auch die 38.1 obsolet. Denn von der Eignerversion mit zwei Kammern und einem riesigen begehbaren Stauraum backbord achtern bis zum Charterschiff mit vier Kabinen und zwei Nasszellen bietet sie eine in dieser Größe nirgends sonst gebotene Vielfalt. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass sie viele Boote in einem ist.

Fotostrecke: Erste Bilder der neuen Oceanis 40.1

Neben vier verschiedenen Kajütlayouts (s. Fotogalerie) können Eigner der neuen Oceanis 40.1 auch zwischen drei Riggs, drei Kielen und zwei Holzsorten für den Ausbau wählen – nebst sieben (!) unterschiedlichen Ausstattungspaketen und weiteren individuellen Extras.

Die Standardversion verfügt wie die Oceanis 46.1 und 51.1 über ein Rollgroß und Selbstwendefock, was den Bedienungsaufwand gering hält, die Segeltragezahl allerdings auch. Hier orientiert sich die 40.1 am unteren Ende dessen, was heute im Bereich von Fahrtenbooten üblich ist.

Mit einem Wert von 4,1 bietet sie gemessen an der Verdrängung nur wenig Segelfläche. Selbst mit dem höheren Performance-Rigg und einer leicht überlappenden Genua – beides aufpreispflichtige Extras – kommt sie nur auf einen mittleren Wert von 4,4. Zum Vergleich: Die ebenfalls neue Bavaria C42 hat mit einer Segeltragezahl von 4,5 schon in der Basiskonfiguration mehr Potenzial.

Damien Jacob, bei Beneteau verantwortlich für die Entwicklung der Segelboote, begründet diese Auslegung so: "Wir wollten die Oceanis 40.1 bewusst einfach im Handling halten. Aus unseren Marktuntersuchungen wissen wir, dass viele Segler auf Yachten im Bereich um zwölf Meter Länge Einsteiger sind oder über wenig Erfahrung verfügen. Deshalb soll das Boot niemanden überfordern."

Jacob setzt darauf, dass die 40.1 dennoch gute Segeleigenschaften und ausreichend Leistung hat. "Mit Marc Lombard haben wir einen der Top-Designer verpflichtet, der viele höchst effiziente Yachten gezeichnet hat, darunter eine der derzeit schnellsten Class 40." Lombard ist auch der Architekt der Sun Odyssey 410 von Beneteaus Schwester-Werft Jeanneau. Die beiden Boote sind aber jeweils eigene Entwürfe; sie teilen sich lediglich dieselben Ruder und Kiele.

Mit einem Basispreis von 198.970 Euro bleibt die Oceanis 40.1 vergleichsweise erschwinglich. Sie liegt damit zwar gut 10.000 Euro über der Bavaria C42. Wie attraktiv der Einstand wirklich ist, lässt sich jedoch erst nach einem um die Ausstattung bereinigten Vergleich sagen. Der folgt in Kürze im ausführlichen YACHT-Test.   

Spannend wird auch, ob die Neue an die Erfolge ihrer beiden Vorgängerinnen anknüpfen kann. Die 2018 präsentierte Oceanis 46.1 hat vor einem Jahr, die Oceanis 30.1 erst im Januar den European Yacht of the Year Award in der Kategorie Fahrtenboote geholt. Ein Triple wäre eine Premiere – nicht nur für Beneteau. Das hat noch keine Werft in Folge geschafft.

Lesen Sie morgen alles über die ebenfalls neue Oceanis Yacht 54. Sie entsteht auf Basis der sportiven First 53, deren Rumpf sie übernimmt. Allerdings bekommt sie ein stark modifiziertes Deck mit höherem Kajütaufbau und einem achtern geschlossenen Cockpit – eine gleichfalls höchst interessante Bereicherung des Marktes.  

 

Jochen Rieker am 19.02.2020

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