Bordelektronik
Bavaria wechselt zu Garmin

Die größte deutsche Sportbootwerft bietet nur noch Navi-Geräte von Garmin an – Rückschlag für Raymarine

  • Jochen Rieker
  • Michael Good
 • Publiziert am 07.01.2011

YACHT/K. Andrews Bald Geschichte: Garmin-Ger

Die neue Partnerschaft mit dem US-Zulieferer Garmin greift ab sofort und betrifft das gesamte Angebot von Bavaria. Den überraschenden Wechsel begründet Bavaria mit besserer Funktionalität und günstigeren Preisen.

Man habe sich den Schritt lange überlegt und auch ausführliche Tests dazu durchgeführt, sagt Produktmanager Daniel Kohl auf Anfrage. Im Rahmen einer umfangreichen Studie hat Bavaria mit Kunden die Bedienung neuer Navigations-Elektronik durchgespielt und anhand konkreter Beispiele funktionell geprüft.

Dabei habe sich gezeigt, so Kohl, dass die Kunden insbesondere mit der Touchscreen-Funktion besonders gut zurecht kamen. Die Probanden hätten mit der Bedienung weniger Mühe gehabt als mit anderen Geräten, die nur über dezidierte Tasten und Knöpfe gesteuert werden. Diese Erkenntnisse seien schließlich ausschlaggebend gewesen für den Wechsel des Zulieferers.

Auch preislich erwartet Daniel Kohl einen Vorteil für den Kunden. "Wir werden einzelne Geräte und ganze Elektronik-Pakete günstiger anbieten können als bisher". Die genauen Posten auf den Preislisten sind noch nicht abschließend kalkuliert, werden aber zur Bootsmesse in Düsseldorf zur Verfügung stehen.

Der Wechsel ist für Garmin von strategischer Bedeutung. Die Amerikaner hatten in den vergangenen Jahren ihr Produktsortiment für den Bootsbereich kontinuierlich ausgebaut – von GPS-Geräten, ihrer eigentlichen Domäne – über Instrumente bis hin zu Autopiloten, der jüngsten Erweiterung.

Bavaria ist der erste Großserienhersteller, der komplett auf Garmin umstellt. Wohl auch deshalb werden die finanziellen Zugeständnisse groß gewesen sein, die der Werft und künftigen Eignern nun günstige Preise bescheren.

Überraschend kommt der Wechsel dennoch. Denn Raymarine hat ein weltweites Servicenetz, das als branchenweit führend gilt. Auch verfügen die Briten, unlängst vom US-Anbieter Flir akquiriert und aus einer drohenden Insolvenz gerettet, über das ausgereiftere Produktangebot. Allerdings ließ die Innovationskraft zuletzt etwas nach. Und gerade bei Plottern im Einstiegsbereich waren die Amerikaner seit jeher sehr stark.

Der Übergang wird in der Bavaria-Fertigung stufenweise vollzogen. Dem Vernehmen nach sollen in den kommenden Monaten noch Yachten mit der bekannten Raymarine-Elektronik ausgeliefert werden. Erst ab Frühjahr käme dann in der Erstausstattung ab Werft nur noch Garmin-Technik zum Einsatz.


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Themen: BavariaGarminNavigationselektronikRaymarine

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