Das besondere Boot

"Hugo Boss": Thomsons neue Waffe

Der Open 60 "Hugo Boss" ist das radikalste Boot seiner Klasse und soll Alex Thomson endlich den Sieg bei der Vendée Globe bringen. Das Porträt im PDF-Download

Andreas Fritsch am 07.12.2019
Hugo Boss
HUGO BOSS

"Hugo Boss"

Beim Transat Jacques Vabre vor wenigen Tagen wäre es um Haaresbreite beinahe um das wohl spannendste Boot der Klasse geschehen gewesen: Mit 25 Knoten Speed rammte Alex Thomson mit seiner brandneuen "Hugo Boss" ein treibendes Objekt und riss sich den Kiel aus dem Boot; nur noch durch den hydraulischen Schwenkarm war dieser mit dem Schiff verbunden. Thomson entschied sich zu einer radikalen Lösung: Er schnitt den Kiel ab und segelte nur mit dem Wasserballast 800 Meilen weiter in Richtung Kapverden.

Hugo Boss

Das Boot bei der Taufe in London im September

Ein Schritt, der die Entschlossenheit und Radikalität des Briten gut illustriert. Denn genauso hat er auch sein Boot designt: Die neue "Hugo Boss" ist der erste Open 60 mit einem komplett geschlossenen Cockpit. Der Skipper arbeitet und trimmt aus einer Kommandozentrale tief unten im Bauch des Schiffs. Kameras ersetzen den Blick übers Deck nach vorn, informieren über den Trimm der Segel. Es ist auch der erste Open 60, der nur über einen Elektromotor verfügt und mit rund 20 Quadratmeter Solarpaneelen und Lithium-Ionen-Batteriebänken voll auf regenerative Energien statt Diesel setzt.

Hugo

Die gewaltigen Foils heben das Boot weit aus dem Wasser

Und dazu kommt der wohl spektakulärste Rumpf der Klasse: Das Schiff fällt vorn und achtern stark ab, ist schmaler als alle anderen und verfügt über die gewaltigsten Foils, die mit 7,5 Metern gigantisch wirken. Das Konzept scheint aufzugehen: Bei den ersten Tests segelte "Hugo Boss" bei 18 Knoten Wind spielend 32 Knoten. Beim Transat ging sie nach einem verpatzten Start der Open 60 als 24. mit neun Meilen Rückstand zum Führenden um die erste Bahnmarke. Danach ging es auf raumem Kurs weiter, und der Brite pflügte durchs Feld, das zeitweise wirkte, als parkte es. Er passierte spielend die als Favorit gehandelte führende "Charal" – und wurde dann von einem Segel-Defekt ausgebremst.

Ebenso entschlossen wie lustig: "Hugo-Boss"-Skipper Alex Thomson

Skipper Alex Thomson 

Es scheint, als sei Alex Thomson wieder das gelungen, was schon das Vorgängermodell geschafft hatte: das derzeit schnellste Boot der Klasse zu bauen. Die YACHT traf den Skipper vor dem Rennen bei der Taufe in London und bekam eine exklusive Führung über das Schiff und in die Kommandozentrale tief unten im Bauch.

Das ausführliche Porträt des Bootes ist nachzulesen in der YACHT, Nr. 23. Das Heft ist im DK-Shop erhältlich, oder Sie laden sich den Artikel direkt über den Link unten herunter.

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Andreas Fritsch am 07.12.2019

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