Seite 7: Tipps zum Gebrauchtbootkauf
Fünf gebrauchte Yachten im Vergleich: Fazit zu den Kosten

Schmuckstück oder Arbeitspferd? Ein Schiff lässt sich erst unter Segeln richtig beurteilen. Welche Kosten können entstehen? Eine Übersicht

  • Karolina Meyer-Schilf
  • Alexander Worms
 • Publiziert am 14.05.2020
Fünf gebrauchte Yachten im Vergleich: die Segeleigenschaften Fünf gebrauchte Yachten im Vergleich: die Segeleigenschaften Fünf gebrauchte Yachten im Vergleich: die Segeleigenschaften

YACHT/B. Scheurer Fünf gebrauchte Yachten im Vergleich: die Segeleigenschaften

Fazit: Augen auf beim Kauf

YACHT/N. Krauss Beim Gebrauchtbootkauf gilt es, immer auch die Folgekosten im Blick zu haben – ohne rosarote Brille.

Kaum ein Gebrauchtboot ist in einem perfekten Zustand. Für die Verhandlungen über den Preis ist es daher wichtig zu wissen, was an Kosten auf den Neueigner zukommt.

Klar: Ein Verkäufer will einen möglichst hohen Verkaufserlös, der Käufer möglichst wenig zahlen. Darum werden findige Anbieter einen hohen Betrag ansetzen. Wenn einer kommt, der den zahlt: prima. Mit dem Preis runtergehen kann man andernfalls immer noch.

Zeit ist Geld

Wenn das Schiff aber schon länger liegt, kommt der Punkt, beim Erlös nachzugeben, irgendwann automatisch. Denn auch die Zeit, in der das Schiff etwa bei einem Makler zum Verkauf steht, kostet den Eigner Geld. Die Makler lassen sich ihre Dienstleistungen wie Liegeplatz oder regelmäßige Reinigung bezahlen.

„Ein guter Makler wird dem Verkäufer immer zu einem realistischen Angebotspreis anhand der Marktlage raten. So bleibt die Chance auf einen zügigen Verkauf erhalten“, erklärt Jan-Ward van Dantzig von For Sail Yachtbrokers im niederländischen Wemeldinge.

Man muss auch nein sagen können

Solch ein Angebotsbetrag basiert auf den Preisen anderer Schiffe des gleichen Modells, der Ausrüstung und dem Zustand. Bei Letzterem ergibt sich dann ein Ansatzpunkt für den Interessenten, um an der Summe zu drehen. Dazu muss man wissen, was wie viel kosten wird. Das lässt sich dann schwerlich eins zu eins in einen Rabatt ummünzen, aber die Tendenz wird klar: Du, Verkäufer, rufst den Preis x auf, ich als Käufer muss dann aber noch für dieses oder jenes y investieren, damit das Schiff auch wirklich in Ordnung ist. Irgendwo zwischen x und y minus y wird sich dann der finale Preis einpendeln.

Voraussetzung: Man muss bereit sein, gegebenenfalls auch nein zu sagen. Es wird andere Modelle oder Angebote geben, auf die muss man dann warten. Aber wenn es unbedingt das eine Schiff sein soll, zahlt man eben mehr.

Welche Kosten entstehen?

Aber was kostet der Ersatz wichtiger Dinge? Dabei gibt es wünschenswerte Aspekte wie neue Polster oder gute Segel. Und solche, die sicherheitsrelevant sind und daher turnusmäßig ersetzt werden müssen, wie die Dichtung des Saildrives, die Maschine oder die Verstagung.

Einige Punkte sind bei allen Angeboten zu beachten, wie zum Beispiel die Verbindung von Kiel und Rumpf. Im Bereich der Kielbolzen dürfen keine Haarrisse zu erkennen sein.

Gleiches gilt für den Übergang von Kielvorderseite und dessen Hinterkante sowie den Strongback an sich. Sind hier Risse, zu erkennen, heißt es: Finger weg! Die Kielnaht sollte einen intakten Eindruck machen. Rostfahnen dort sind jedoch kein direktes K.-o.-Kriterium. Oftmals lässt sich das kosmetisch beheben. Das allerdings muss ein Fachmann beurteilen.

Auch wenn Osmose bei neueren Schiffen kaum mehr thematisiert wird, kann sie nie ganz ausgeschlossen werden. Es kann sogar sinnvoll sein, ein Schiff mit Osmose günstig zu erwerben und es in Eigenregie zu sanieren. Das kostet bis zu 10.000 Euro, aber dann weiß man, woran man ist.

Die Ruderlager waren auf sämtlichen Testschiffen mehr oder weniger stark verschlissen. Das wirkt sich direkt auf das Steuerverhalten aus. Die Boote werden etwa an der Windkante unpräzise, das unmittelbare Steuergefühl geht verloren. Das ist schade und unnötig, denn der Austausch ist meist unproblematisch.

Seeventile sollen leichtgängig und solide sein. Zeigen sie Anzeichen von Auszinkung, sind sie also pink statt goldfarben, ist ein schneller Austausch zwingend erforderlich.

Auch der Dieseltank ist eine potenzielle Problemquelle. Lässt er sich inspizieren? Ist der Kraftstoff frei von bräunlichen Bakterienklumpen? All dies sollte bei der Besichtigung beachtet werden.

Wer das nicht selbst kann, sollte einen Experten einschalten. Die Kosten dafür lohnen sich. Denn wer sich in ein Schiff verliebt hat, der wird schnell allzu großzügig über das ein oder andere Problem hinwegsehen. Und dann wird es teuer.

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