Flüchtlinge

Hilfe für potenzielle Retter

Immer mehr Flüchtlinge kommen über das Mittelmeer nach Europa. Adressen, Ratgeber und Nummern, die Skippern im Notfall weiterhelfen

Andreas Fritsch am 30.04.2015
Pro Asyl

Die Broschüre

Wer Flüchtlinge auf dem Meer antrifft, sollte schnellstmöglichst versuchen, die lokale Küstenwache oder Seenotleitstellen in das Geschehen einzubeziehen. Nur so kann man sichergehen, dass unverzüglich professionelle Hilfe unterwegs ist und man im Notfall nicht vor dem Problem steht, unter Umständen viel mehr Menschen an Bord zu nehmen, als auf einer Privatyacht unterzubringen sind. Außerdem wird so der mögliche Eindruck verhindert, der Eigner sei vielleicht an dem Menschenschmuggel beteiligt.

Die Coastguard wird in den meisten Ländern über Kanal 16 erreicht. Erfolgt keine Antwort, kann der nächste Schritt eine Telefon-Kurzwahl sein, über die man diese erreicht. In Italien ist das die sogenannte "Numero Blue" 1530, In Griechenland die 108, in der Türkei die 158.

Wichtig: Solche Kurzwahl-Nummern funktionieren nur im jeweiligen nationalen Handy-Netz! Im türkisch-griechischen Grenzbereich wählt sich das Mobil-Telefon gern einmal in das stärkere Netz des Nachbarlandes ein, so kann der Notruf dann abgelehnt werden. Kommt man auch über diese Nummern nicht weiter, am besten das deutsche MRCC in Bremen anwählen. Unter (0049) (0)421/536870 erreicht man rund um die Uhr die Leitstelle, die den Notfall dann sofort an die nationalen MRCC weitervermittelt.

Eine Liste aller MRCC und deren Unter-Zentren, die sogenannten JRCC (Joined Rescue Coordination Center = Luftfahrt und Marine) oder den regionalen RSC (Rescue Sub Center) findet sich in der Broschüre des Flüchtlings-Hilfswerks Pro Asyl hier als Download. Sie enthält auch weitere wichtige Tipps zu rechtlichen Fragen und Vorgehensweise, lässt die möglichen Folgen der Hilfsleistung für Eigner aber komplett außer Acht.

Andreas Fritsch am 30.04.2015