Bergelohn

Wenn es an den Haken geht, immer LOF!

Wer einem anderen hilft auf See, soll dafür entlohnt werden. Doch wie hoch? Darüber sollten Berger und Havarist nicht diskutieren. Lloyds Open Form hilft dabei

Alex Worms am 30.08.2018
Seenotretter im Einsatz vor Norderney
DGzRS

Dabei handelt es sich um eine internationale Vereinbarung, die besagt, dass eben nicht im Chaos nach einer Havarie über den Lohn verhandelt wird, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, gegebenenfalls vor einem Schiedsgericht. Grundlage ist dabei: No cure, no pay. Mit anderen Worten: Gelingt die Bergung nicht, fallen keine Kosten an.

Übrigens ist hierbei zwischen Bergung und Rettung zu unterscheiden. Eine Rettung erfolgt immer gratis. Um allerdings über eine Rettung zu sprechen, muss eine Gefahr für Leib und Leben vorliegen. Wer auf Legerwall liegt und relativ gefahrlos an Land gehen könnte, muss nicht gerettet werden. Sein Schiff jedoch will geborgen werden. Für diese Bergung fallen dann Kosten an. Bei der DGzRS heißt das technische Hilfeleistung und kostet maximal 400 Euro. Professionelle Berger verlangen aber schnell viel mehr. Nicht ganz zu Unrecht, denn Equipment, Brandstoff, Zeit und Risiko wollen bezahlt werden.

Wenn möglich, ist es sinnvoll, vor Beauftragung eines Bergers die eigene Versicherung zu kontaktieren und das Vorgehen abzustimmen. Muss es sehr schnell gehen, reicht es auch, mündlich (das allerdings irgendwie dokumentieren, etwa per Handyvideo) Lloyds Open Form zu vereinbaren. Damit ist erst mal alles geregelt, die Bergung kann beginnen, die Versicherung wird sich später um einen gerechten Bergelohn bemühen. Die Prozeduren dazu sind durch die Vereinbarung ebenfalls festgelegt.

Weitere Informationen zum LOF finden Sie hier. Zum Download des LOF-Formulars geht es hier.

Alex Worms am 30.08.2018