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BOBBY SCHENK
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Trick-Siebzehn an Bord (105)


Billige und einfache »Quick Out« Befestigung von Solarpaneelen auf dem Bimini

All jenen, die vom Blauwassersegeln träumen und schon mal auf der Suche nach der sinnvollen Ausrüstung Prospekte und Kataloge wälzen, sei nachfolgender Trick-Siebzehn empfohlen, denn der gibt in vieler Hinsicht Aufschluss, auf was es ankommt fürs Leben auf einem Segelschiff. Und nicht übersehen, nachfolgender Trick basiert auf den Erfahrungen aus einer (vollendeten) mehrjährigen Weltumsegelung - siehe hier in who-is-who im Weltumsegeln .

von Britta und Michael von der Swan VERA


Preiswerte und einfach herzustellende »Quick Out« Befestigung für Solarpaneele auf dem Bimini. Bewährt auf 50.000nm, auch bei sehr viel Wind…


Die Stromversorgung an Bord eines Bootes ist ein gerade unter Langzeitseglern leidenschaftlich diskutiertes Thema. Eine, oder gar zwei leistungsfähige Lichtmaschinen an der Hauptmaschine? Eine große, gesunde Batteriebank, ein passender Hochleistungsregler, ein bis zwei Maschinenstunden pro Tag? Das geht, ist aber laut und reduziert die kostbaren Dieselvorräte spürbar. Ein Generator, perfekt schallgedämmt und immer 220V zur Hand? Perfekt, wenn nur die Anschaffungskosten, der Platzbedarf, das Gewicht, der Wartungsaufwand und eine gewisse, systembedingte Fehleranfälligkeit nicht wären…

Auf unserem Boot fanden wir bald heraus, das wir zu zweit außerhalb einer Marina, am Ankerplatz, oder auf See so zwischen 100Ah und 150Ah pro Tag Strom verbrauchen (12V), incl. Kühlschrank, Beleuchtung, Navielektronik, elektrischem Autopilot und 1h Wassermacher = 30L (hier unsere 10-jährigen Erfahrungen mit dem Wassermacher). Vier monokristalline Solarpaneele (SPR - 90) zu je 90 Watt würden das bei sinnvollem Energiemanagement (= den Strom aus den Paneelen direkt verbrauchen, anstatt ihn in den Batterien zu speichern) wohl bringen, zumindest bei gutem Wetter im Mittelmeer oder in den Tropen. Aber wohin mit ihnen?

 Auf Langfahrtbooten sieht man dazu die unterschiedlichsten Lösungen. Ein schwerer, hässlicher Geräteträger am Heck (Modell Monstrum) kam für unser elegantes S&S Boot nicht in Frage. Eine Montage an der Reling erschien uns arg anfällig gegen Seeschlag und Verschattung. Unauffällig, auf dem vorhandenen, eher leicht gebauten Bimini? Vielleicht. Das Cockpit unseres Bootes liegt achtern, so wie auf vielen Booten aus den 70ern. Die Verschattung durch Großbaum und Achterstag würde also gering ausfallen. Eine Bedingung schien uns die rasche Demontierbarkeit zu sein. Bei einsetzendem schweren Wetter wollten wir, zumindest theoretisch, in der Lage sein, die Solarpaneelen in wenigen Minuten unter Deck zu verräumen und das Bimini zusammenzuklappen. Eine andere Bedingung war ein möglichst geringes Eigengewicht der Unterkonstruktion. Letztlich besorgten wir uns vier ca. 2,10m lange L Profile aus Aluminium. Je zwei Solarpaneele schraubten wir mit ihrer Hilfe zu zwei steifen, kompakten Einheiten aneinander, die in etwa die Größe von kleinen Surfboards haben. Mit Hilfe von vier gebogenen Edelstahlblechen und einem simplen Seilzugsystem mit Dyneematauwerk (je 2 Leinen am Mittelholm angespleißt, durch je zwei Ösen im Bezug nach außen, durch je zwei in den Aluprofilen verschraubte Blöcke, nach vorn durch je zwei Curryklemmen), verzurrten wir sie ohne weitere Beschläge, oder Bohrungen beiderseits des Achterstages auf dem Biminigestänge, dessen Tuch wir an den fraglichen Stellen beim Segelmacher mit Leder gegen Abrieb verstärken ließen. Zwei kleine Überwurfschlösser vorn und achtern sichern beide Einheiten gegen seitliches Verrutschen und helfen psychologisch gegen Diebstahl. Darüber hinaus sicherten wir das Bimini zusätzlich mit Hilfe einiger strategisch sinnvoll angebrachten Dyneema Enden, welche unerwünschte Bewegungen des Gestänges einschränken. Die Verkabelung mit wasserdichten MC-3 Steckern am Achterstag entlang war vergleichsweise einfach herzustellen. 

 Es stellte sich bald heraus, das unser Konzept gut funktionierte und vergleichsweise unauffällig aussah. Zumindest vor Anker und bei sonnigem Wetter brauchten wir nun keine weitere Energiequelle mehr, um komfortabel über den Tag zu kommen. Für die längeren Passagen über den Atlantik und den Pazifik setzten wir zusätzlich einen Schleppgenerator ein. Dieses Gerät überzeugte letztlich nicht, neutralisierte aber den für den Betrieb des elektrisch betriebenen Autopiloten zusätzlich benötigten Energieaufwand (2 - 5 A / 12V). Die Nagelprobe kam 2007 zwischen Tonga und Neuseeland. Ein tropisches Tief brachte während zweier Tage über 50kn Wind und dazu passenden Seegang. Zu unserer Erleichterung hielten sich Bimini und Solarpaneele bewundernswert. Das Tuch beulte elastisch ein, flatterte und vibrierte ein wenig, machte uns aber keine großen Sorgen. Bei starker Krängung stützten sich die beiden »Surfboards« sozusagen am Achterstag ab, ohne das Biminigestänge seitlich zu sehr zu belasten. Zum Glück kam es auch nie, wie befürchtet, zu gefährlichem Seeschlag gegen, oder unter das Bimini. Eine Demontage wäre, wie beschrieben, kurzfristig möglich gewesen. Lust dazu hatten wir allerdings nicht…

Inzwischen ist diese Konstruktion 12 Jahre alt, hat um die 50.000 sm im Salzwasser, eine Weltumsegelung und unzählige Wäschen ohne Bruch und nennenswerten Verschleiß überstanden. Sie funktioniert so gut wie am ersten Tag. Würden wir heute etwas ändern? Vielleicht. Flächenmäßig wären auch größere, leistungsfähigere Paneele auf unserem Bimini denkbar. Sie sind heute in anderen, besser passenden Abmessungen, zu günstigeren Preisen erhältlich. Ggf. wären auch wesentlich leichtere, aufrollbare Soft-Paneele verfügbar. Aber sind diese evtl. technisch anfälliger? Derzeit halten wir die altmodische Version mit ihren relativ schweren, schützenden Glasplatten für zuverlässiger. Noch.



Herzlichst, Britta und Michael / SY VERA / derzeit wieder auf Langfahrt.

 

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