MallorcaReal Club Náutico Palma kämpft um seine Hafenanlage

YACHT-Redaktion

 · 13.10.2022

Mallorca: Real Club Náutico Palma kämpft um seine HafenanlageFoto: Martin Muth
Blick auf den Hafen von Palma mit dem Real Club Náutico in der Mitte

Die spanische Hafenverwaltung versucht dem Real Club Náutico das Recht für den Betrieb der Marina in Palma zu entziehen. Hintergrund ist der Zwist um eine Konzession, die der Segelclub angeblich nicht habe. Jetzt geht der Streit vor den Obersten Gerichtshof

Es gärt im Verhältnis der Yachtclubs auf Mallorca sowie denen der Nachbarinseln und der für sie zuständigen Hafenbehörde. Nicht überall, aber dort, wo Club Náuticos in den Handelshäfen ansässig sind. Hier ist nämlich nicht die balearische Hafenverwaltung PortsIB zuständig, sondern die der Zentralregierung in Madrid unterstellte Autoritat Portuària de Balears, kurz APB.

Der aktuelle Konflikt zeigt sich an prominenter Stelle bei der ausstehenden Verlängerung der Konzession des renommierten Real Club Náutico de Palma (RCNP) im Herzen der mallorquinischen Hauptstadt. Ein moderner Club, der offen ist auch für Nichtmitglieder, Jahr für Jahr bedeutende Segelregatten organisiert und eine umfassende Jugendarbeit betreibt. Eine Formalie steht hier im Zentrum des Zwists, denn der RCNP hatte rein formell zuletzt wohl keine Konzession.

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Der Hintergrund dafür ist etwas kompliziert: Bis 2003 hatte der Club einen Dienstleistungsvertrag für die Belegung des öffentlichen Hafenbereichs mit der Hafenverwaltung. Doch durch eine Gesetzesreform in Spanien erloschen diese Vereinbarungen 2003. Anschließend hätte der bestehende Vertrag in eine Konzession umgewandelt werden sollen, wie es danach für neue Häfen üblich war. Doch das hatte die Hafenverwaltung des Staates in Madrid offensichtlich versäumt. Viele Jahre ging der Betrieb wie gewohnt weiter. Doch dann der Schock für den Verein. Vor Kurzem verwehrte die Hafenverwaltung nun dem Club eine solche Konzession. Es droht schlimmstenfalls sogar der Verlust des Hafens, der dann für eine neue Konzession ausgeschrieben würde.

Schon im Juli hatte der Club seinen Mitgliedern und Liegeplatzinhabern in einem Schreiben mitgeteilt, man werde vor den Obersten Gerichtshof der Balearen ziehen, sollte der Antrag auf Konzession von der APB abgelehnt werden. Seitdem gibt es keinen neuen Stand.

Ganz ähnliche Probleme gibt es auch beim Club Náutico in Ibiza-Stadt. Deshalb trafen sich hier zuletzt die Mitglieder in der Vereinigung des balearischen Yachtclubs (ACNB) und sendeten die Botschaft: Wer einen von uns angreift, greift uns alle an. Den Angriff auf die Vereine als Hafenbetreiber sieht deren Vereinigung vor allem darin, dass APB Konzessionen einfach an den Meistbietenden vergibt. Egal, ob er Erfahrung mitbringt im Hafengeschäft oder nicht. Auch würde die gesellschaftliche Rolle der Vereine keine Rolle spielen, ihre Verwurzelung in der Gesellschaft und die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. „Wir bieten mehr als einen Bootsparkplatz“, sagt ACNB-Präsident Antoni Estades. „Das muss entsprechend berücksichtigt werden bei einer Konzessionsvergabe. Wenn keine baldige Lösung gefunden wird, werden Sportarten wie Segeln in den Städten, deren Häfen vom Staat abhängen, keinen Platz mehr haben, und das bedeutet den Verlust eines wichtigen sozialen und historischen Erbes.“

Es könne nicht sein, dass Vereine im Zuständigkeitsbereich der Autonomen Gemeinschaft der Balearen und PortIB ihre Konzession problemlos um 30 Jahre und mehr verlängern können und die in den staatlichen Häfen völlig anders behandelt werden. Daraus spreche „Ignoranz und mangelnde Sensibilität des Staates gegenüber dem sozialen Segelsport“.

Sollte APB und die übergeordnete Behörde in Madrid, Puertos del Estado, nicht einlenken und die Rolle der Vereine anders gewichten, dann fordern die Clubs die sofortige Übertragung der Befugnisse der Freizeitnautik an die Autonome Gemeinschaft der Balearen gemäß der spanischen Verfassung und dem Autonomiestatut.

Autor: Martin Muth

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