Nord-Ostsee-KanalInfos zur NOK-Passage

Andreas Fritsch

 · 06.05.2022

Nord-Ostsee-Kanal: Infos zur NOK-PassageFoto: YACHT/A. Lindlahr
Yacht in der NOK-Schleuse von Kiel-Holtenau

Wie Crews Wartezeiten erfahren, bezahlen und festmachen können, sollte es einmal länger dauern

Mit dem Saisonauftakt und den nahenden Pfingstferien nimmt auch der Verkehr im Nord-Ostsee-Kanal wieder deutlich zu. Neu ist in diesem Jahr, dass der Tiessenkai in Kiel, der nicht offiziell Wartebereich für eine Kanalpassage ist, unter die Obhut der Sporthafen Kiel GmbH gestellt wurde. Dieser Schritt war nötig geworden, da der Bundesrechnungshof bemängelt hatte, dass das bis dahin zuständige WSA den Kai nicht kostendeckend betrieb und er nicht mehr als Schutz- und Nothafen eingestuft wurde. Die Behörden waren daraufhin auf den Verbund der Sportboothäfen zugekommen und hatten um diese Lösung gebeten. Sportboote können weiter innen bei der Kanalstraße fest machen.

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Nun steht also seit dem 1. April die GmbH als Betreiber dort ausgeschrieben, und es wird auch Hafengeld kassiert. Das hat für den Verband allerdings unerwartete Folgen, wie Geschäftsführer Philipp Mühlenhardt berichtet. "Die Sportbootfahrer beginnen nun immer häufiger unsere Hafenmeister zu kontaktieren, wenn es um Fragen zur Kanalpassage wie Schleusenzeiten, das Bezahlen sowie das Übernachten am Wartesteg geht. Mittlerweile nimmt das Dimensionen an, die den Ablauf in unseren anderen Hafen stören. Wir sind nicht die Betreiber des Kanals und müssen die Segler darum bitten, sich die Informationen über die allgemein zugänglichen Quellen zu besorgen."

Infos zum Wann und Wie der Schleusung bekommen Crews am einfachsten, indem sie vor der Schleuse in Holtenau oder Brunsbüttel die Wärter via Funk ansprechen und nach den zu erwartenden Wartezeiten fragen. In Kiel geschieht dies via UKW-Kanal 12 und Ruf "Kiel Kanal 4". Einfach mit eigenem Bootsnamen melden und auf Antwort warten, die meist postwendend kommt. In Brunsbüttel passiert das Ganze über Kanal 13, der Ruf ist "Kiel Kanal 1". Nach der Rückmeldung sagen, in welcher Richtung man schleusen will, also aus oder in den Kanal. Meist bekommt man dann eine ungefähre Wartezeit genannt, sonst fragen. Da in Kiel nur zwei Schleusen operabel sind, können die durchaus ein, zwei oder auch drei Stunden betragen. Crews kleinerer Yachten, die keine Funkanlage an Bord haben, können dies auch via Telefon tun, unter der Nummer 0431/3603-152 ist die Schleuse ebenfalls jederzeit erreichbar.

Wer auf der Kieler Seite warten muss, kreist entweder im Bereich nahe des Tiessenkais, aber nicht direkt vor der Schleuse, die für die Berufsschiffe frei bleiben muss, oder er macht am Tiessenkai fest. Dieser ist allerdings oft durch Traditionsschiffe belegt, nur wenige Yachten finden dort einen Platz.

Die zweite Frage ist dann oft, wo bezahle ich meine Kanalpassage, da diese seit diesem Jahr wieder kostenpflichtig ist, nachdem sie in den Corona-Jahren kostenlos war. Ärgerlich ist, dass man die Wartezeit leider nicht mehr für das Bezahlen am Tiessenkai nutzen kann, der Automat dafür ist seit Langem defekt. Da es noch immer nicht die angekündigte digitale Bezahlmöglichkeiten via Web gibt, bleiben dann nur drei Varianten: Entweder direkt nach der Schleusung am Automaten des Wartestegs in der Schleuse am Nordufer bezahlen oder beim Schleusenmeister der Gieselau-Schleuse bei Kilometer 40,5 oder in Brunsbüttel, falls Sie dort eine Übernachtung planen und den Kontrolleur antreffen.

Das WSA hat all diese Fragen und noch viel mehr in einer kompakten Info-Broschüre für Sportboot-Skipper zusammengestellt. Sie kann hier heruntergeladen werden. Darin finden sich auch die erlaubten Tagfahrzeiten, die je nach Datum variieren und für Crews mit langsameren Booten wichtig sind.

Wer die Live-Wartezeiten für die Berufsschiffe für eine Schleunsung sehen will, kann dies hier sehen. Die Wartezeiten für Sportboote können davon sowohl nach oben als auch unten abweichen, aber zumindest sieht man, wie der Anbdrang derzeit ist.

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