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Schon wieder Neues zum NL-Antifouling

Natürlich hat die YACHT nachgefragt zum Thema Kontrollen im Wasser. Gleichzeitig veröffentlicht die Hiswa-Branchenvereinigung eine Studie zu biozidfreien Farben

Alexander Worms am 20.02.2020
Antifouling streichen
YACHT/A.Worms

Lästiges Thema: Antifouling – besonders in den Niederlanden

Doch der Reihe nach. Nachdem Manon van Meer von der Vereinigung „Varen doe je samen" angekündigt hatte, dass man künftig auch im Wasser die Verwendung von zugelassenem Antifouling kontrollieren werde, hat die YACHT bei der Unie van Waterschappen, also dem Verband der Wasserwirtschaft, die für die Kontrollen zuständig sind, nachgefragt. Das Ergebnis: Kontrollen im Wasser sind dort offenbar zunächst nicht geplant. Man möchte jedoch den Überwachungsdruck im Handel und in den Winterlagern erhöhen. So weit, so gut.

Parallel dazu hat die Hiswa, der Branchenverband der Wasserwirtschaft in den Niederlanden, eine Studie in Auftrag gegeben, in der die Wirksamkeit alternativer biozidfreier Farben getestet werden sollte. Die Ergebnisse in englischer Sprache stehen nun online zur Verfügung. Man testete verschiedene Systeme in verschiedenen Revieren – in Heeg in Friesland im Süßwasser und in Bruinisse auf eher brackigem, sauerstoffarmen Salzwasser. Beide Tests fanden auf Polyvalken von Segelschulen statt. Als Referenz testete man auf PVC-Platten im Tidenhafen von Den Helder.

Die Ergebnisse im Überblick:

- Auf Süßwasser sind die biozidfreien Farben und Folien in der Regel ausreichend

- Auf dem Brackwasser des Grevelinger Meers haben es die Systeme schwer. Sogar das als Referenz verwendete biozidhaltige Antifouling zeigte keine zufriedenstellende Wirkung. Einzig das kupferfreie, aber mit anderen Bioziden versehene Seajet ex3 zeigte brauchbare Resultate

- Leider wurde dort der Testsieger aus Den Helder, die Silikonfolie MacGlideTM Pyramid, nicht getestet

- Ultraschallsysteme zeigten nahezu keine Wirkung

- Das Thema Reinigung des Unterwasserschiffes bedürfe, so die Studie, weiterer Untersuchung, denn dies sei die wohl einzig sinnvolle Lösung ohne Gift auf Gewässern mit schwieriger Bewuchssituation wie dem Grevelinger Meer

- Melkfett schnitt erstaunlich gut ab auf allen Gewässern

Fazit: Wer hauptsächlich auf Süßwasser unterwegs ist, der sollte ernsthaft über den Umstieg auf biozodfreie Farbe oder Folie nachdenken. Auch auf reinen Salzwasserervieren gibt es durchaus funktionierende Alternativen. Lediglich auf Gewässern mit schwieriger Bewuchssituation sind biozidhaltige Farben derzeit die einzige Alternative zur regelmäßigen Reinigung.

Alexander Worms am 20.02.2020

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