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Revierzentralen künftig ohne Peilung

Auf Anordnung des Verkehrsministeriums haben die Revierzentralen den Funkpeilbetrieb eingestellt. Der DSV befürchtet Sicherheitslücken

Lasse Johannsen am 10.05.2012
KNRM vor den helder

Gefunden. Um helfen zu können, müssen die Retter einen Havaristen auch orten können

Es geht um die Möglichkeit, eine Seefunkstelle einzupeilen und dadurch deren Position zu bestimmen. Dieser technisch einfache Vorgang konnte bislang für die Sicherheit der Schifffahrt – und damit auch der Segler – genutzt werden.

Auf der Seite der Kreuzer-Abteilung werden diese Möglichkeiten wie folgt zusammengefasst:

"Im Seenotfall
ermöglicht die Funkpeilung der Revierzentralen durch die Antennenhöhe ihrer Anlagen auch das Einpeilen sehr schwacher Signale, die durch die Seenotrettungskreuzer der DGzRS nicht eingepeilt werden können. Zwar sind auch die Einheiten der DGzRS in der Lage Funkpeilungen vorzunehmen, deren Reichweite aber durch die eingeschränkte Antennenhöhe limitiert ist.

Bei unsichtigem Wetter oder fehlerhaft angegebener Position
ermöglicht die Einpeilung der Revierzentralen der nicht ausrüstungspflichten Schifffahrt die sichere Beratung und Navigation.

Zur Sicherstellung des funktionierenden Seefunknetzes
ermöglicht die Einpeilung eines störenden Trägers die Identifikation der Funkstelle und die Wiederherstellung des ungestörten Seefunknetzes."

Revierkenner berichten aus den Niederlanden, dass es dort mittlerweile mangels anderer Möglichkeiten üblich sei, Rettungskreuzer auf See zu schicken, um Fahrzeuge zur genauen Standortbestimmung einzupeilen. Das könnte nun auch in Deutschland zur Normalität werden.

Nach Meinung der Revierzentrale Wilhelmshaven hat die Abschaltung daher auch akute Auswirkungen auf die Sicherheit der Sportschifffahrt. In der Vergangenheit seien mehrfach Wassersportler durch Standortermittlung unterstützt worden. Auch Seenotfälle seien so verhindert worden.

Die Wasser- und Schifffahrtsämter haben bisher erfolglos Einspruch gegen die Abschaltung eingelegt. Auch Jürgen Feyerabend von der Kreuzer-Abteilung hat das Ministerium auf die entstehenden Sicherheitslücken hingewiesen. Eine Antwort steht derweil noch aus.

Lasse Johannsen am 10.05.2012

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