Chartermarkt
Wieder Ärger um Thinius Yachtcharter

Vor einem Jahr sorgte die Firma mit ihren damaligen Stützpunkten in Lemmer und auf Mallorca für Schlagzeilen. Nun gibt es einen neuen Betrugsfall

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 12.06.2017
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Die deutsche Charterfirma von Andreas Kühn mit Sitz in Kaarst hatte 2016 für einen Eklat gesorgt, indem sie mit Dutzenden Kunden Charterverträge abgeschlossen, aber zum Antritt der Reise dann keine Yachten zur Verfügung gestellt hatte. Zudem meldeten sich mehrere Eigner von Kaufcharter-Modellen, die berichteten, dass Thinius die kassierten Chartergebühren nicht an die Eigner weitergeleitet hätte. So entstanden Forderungen in Millionenhöhe, die in der Zwangsversteigerung von Thinius-Yachten sowie der Büroräume des Vercharterers mündeten.

Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf seit acht Monaten wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs. Diverse betroffene Kunden hatten Strafanzeige gestellt. In der Folge war es Ende 2016 still geworden um die Firma: Die Basis in Lemmer wurde geschlossen, an alten Standorten ist die Konkurrenz präsent.

Doch offenbar agiert Andreas Kühn weiter. Seine Webseite ist noch immer online, und Kühn nimmt nach YACHT-Informationen darüber Anfragen von Kunden sowie auch Buchungen an.

So geschehen für eine Charter ab Lemmer Ende Mai. Der Kunde hatte eine Yacht voll bezahlt und wollte auf Törn gehen. Als er zufällig im Internet auf die Berichterstattung der YACHT zum Fall Kühn und Thinius stieß, kontaktierte er sofort den Geschäftsführer und forderte sein Geld zurück. Doch Andreas Kühn versuchte, ihn zu beruhigen und sagte, er befinde sich in einer "Phase der Umstrukturierung" und habe ein Schiff für ihn, er solle ruhig anreisen. Drei Tage vor Beginn jedoch kam von Kühn die Nachricht, er sei doch insolvent.

Auch gegenüber einer Charteragentur hatte sich Kühn bereits 2016 selbst als insolvent bezeichnet, bis heute aber keinen Insolvenzantrag gestellt.

Schlimmer noch: Kühn hat offenbar auch eine schlecht informierte Online-Agentur auf Mallorca Yachten einbuchen lassen, die es gar nicht mehr gibt. Das jedenfalls legt eine Mail nahe, mit der die Agentur vor wenigen Tagen Ersatzschiffe für Thinius-Buchungen suchte.

Der bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf für den Fall Thinius zuständige Staatsanwalt Hauke Lorenzen wollte auf Anfrage der YACHT mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Auskünfte zu deren Stand geben. Die Staatsanwaltschaft empfiehlt Betroffenen bei Betrugsverdacht direkt Strafanzeige bei ihr zu erstatten oder bei der nächstgelegenen Polizeiwache.


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Themen: CharterInsolvenzKühnStaatsanwaltschaftThinius

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