Beschränkungen
Was Sie zum Saisonstart unter Corona wissen müssen

Die Wasserschutzpolizei ließ in Großenbrode die erste Crew unter Strafandrohung von 2000 Euro wieder aus einem Hafen auslaufen. Ein Überblick

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert vor einem Monat
Was Sie zum Saisonstart unter Corona wissen müssen Was Sie zum Saisonstart unter Corona wissen müssen Was Sie zum Saisonstart unter Corona wissen müssen

YACHT/C. Irrgang Was Sie zum Saisonstart unter Corona wissen müssen

Der Saisonstart naht mit großen Schritten, und noch längst ist nicht klar, unter welchen Bedingungen dieser vonstatten gehen kann. Unter Lock-Down-Bedingungen machte eine erste Crew am Wochenende in Großenbrode in einen Hafen fest, der nicht ihr Dauerliegeplatz ist und wurde prompt von der Wasserschutzpolizei kontrolliert. Nachdem klar war, dass der Eigner dort keinen Liegeplatz hat, mussten sie wieder auslaufen. Der Crew und dem Betreiber des Hafens wurden ein Bußgeld von 2000 Euro angedroht.

Was auf den ersten Blick nach einem etwas blauäugigen Versuch klingt, den Lockdown zu umgehen, hat aber durchaus einen ernsten Hintergrund: Allmählich beginnt das Kranen der Yachten aus dem Winterlager an der Küste und binnen, das auch rechtens ist, wenn die Abstands- und Versammlungsregeln beachtet werden, oder etwa, wenn ein Service-Betrieb das Kranen erledigt.

Das Problem für den Eigner: Hat der den Liegeplatz woanders, muss er direkt zum Hafen segeln, der auch der Dauerliegeplatz ist. Unterwegs darf in keinem anderen Hafen in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gestoppt werden, da dies unter das Beherbergungsverbot des Lockdowns fällt. In beiden Ländern gilt dieses bis zum 22. 3., wenn die Bund-Länder-Ministerrunde erneut zusammen kommt, um weitere Schritte zu beraten. In Mecklenburg-Vorpommern gilt sogar, dass bis auf Weiteres niemand in das Bundesland zu touristischen Zwecken einreisen darf. Lediglich Eigner können für Winterarbeiten am Boot zu ihrem Schiff fahren.

Zwar hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther öffentlich gesagt, er glaube, dass ein Osterurlaub an der Küste möglich sein könnte, aber mehr als unverbindliche Bekundungen sind das natürlich nicht. Zurzeit dürften Eigner nur in dem Hafen ihres Dauerliegeplatzes auslaufen, auf der Ostsee segeln und danach wieder dort einlaufen.

Damit beginnt nicht nur für Eigner das große Warten, ob und wie für sie die Saison so richtig beginnt, sondern auch für Chartercrews. "Bei uns beginnt eigentlich die Saison mit der ersten Aprilwoche, aber zurzeit ist unklar, ob wir diesen Kunden nicht absagen müssen", so Dirk Kadach vom Charterzentrum Heiligenhafen. "Der Hafen ist für touristische Nutzung gesperrt, wir dürfen keine Leute auf die Schiffe lassen." Zurzeit sind die Heiligenhafener dabei, ihre Schiffe aus dem Winterlager an die Basen zu bringen. Da dies mit eigenen Mitarbeitern geschieht, steht dem zum Glück nichts im Wege. Die Basen werden also Ostern startklar sein; ob der Lockdown das erlaubt, bleibt abzuwarten.

Unübersichtlich ist auch noch die Lage für Chartercrews am Mittelmeer. In manchen Ländern, etwa Italien (Ausnahme Sardinien) oder Frankreich, sind die Inzidenzzahlen derzeit hoch, liegen bei über 200. Auf der Risiko-Länder-Liste des RKI, und damit bei der Rückkehr verpflichtend für eine zehntägige Quarantäne, aus der man sich erst nach fünf Tagen freitesten kann, stehen zurzeit Frankreich, Italien, Spanien (inklusive Balearen und Kanaren), Kroatien (außer Istrien), Griechenland, Dänemark und Schweden und die Türkei. In manchen Revieren gelten derzeit auch aktuell Lockdowns, etwa in Griechenland oder Italien (nach Regionen), die mindestens bis Ende des Monats dauern. Außerdem muss man bei Rückkehr aus solchen Ländern die digitale Einreiseerklärung ausfüllen und spätestens 48 Stunden nach Einreise einen Test nachweisen. Wer aus Schweden oder Slowenien einreist, braucht sogar vor dem Grenzübertritt einen negativen Test, da diese beiden Länder derzeit auf der Liste der Hochrisiko-Gebiete stehen.

Themen: CoronaRegelnSaisonstart


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