Charter

Tui verkauft Sunsail und Moorings

Bei der Bilanz-Pressekonferenz verkündete die Konzernleitung, dass die beiden Charterfirmen zusammen mit anderen Marken veräußert werden

Andreas Fritsch am 17.05.2016
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Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Geschäftszahlen, die der Konzern Ende letzter Woche präsentierte. Schon seit einigen Jahren hörte man in der Charterbranche immer wieder Gerüchte, dass Tui an einem Verkauf interessiert wäre und sogar diskret nach Interessenten suchte, es gab aber nie offzielle Verlautbarungen. Das hat sich nun geändert. Die Geschäftsleitung gab bekannt, dass man einen Käufer für die "Specialist Group", eine Untersparte der Tui, suche, die ein Zusammschluss von rund 50 Firmen beinhaltet. Diese sind in allen möglichen Spezialgebieten tätig, wie Ski-Reisen, ein Italien-Spezialist, Luxus-Reisen und eben auch der Bereich Marine, zu der neben Sunsail und Moorings auch Leopard Catamarans und der Hausboot-Anbieter Le Boat gehören.

Die offizielle Begründung von Tui-Vorstandsvorsitzenden Fritz Joussen, warum sich der Konzern in Zeiten, in denen er Rekordgewinne verbucht, von der Sparte trennen will, lautete: "In der Specialist Group sind mehr als 50 großartige Marken und erfolgreiche Firmen zusammengefasst. Allerdings gibt es nur wenig vertikale Integration mit dem touristischen Kerngeschäft. Die möglichen Auswirkungen auf die Profitabilität sowie die große Anzahl an Marken sind strategisch starke Argumente, die gegen eine Vereinheitlichung des Portfolios unter der Dachmarke Tui sprechen. Wir sind daher überzeugt, dass ein Verkauf der Specialist Group als Gesamtpaket der beste Weg ist, den Wert des Bereichs für unsere Anteilseigner zu maximieren."

Einen weiteren Hinweis auf die Beweggründe des Verkaufs gab es dann später, als erörtert wurde, dass zwei Wintersport-Anbieter der Specialist Group vor dem Verkauf ausgegliedert werden, da sie die ideale Ergänzung für die Flugauslastung der Tui im Winter darstellten. Solche positiven Synergie-Effekte hätten die anderen Mitglieder der Specialist Group nicht gebracht, so Fritz Joussen.

Der Verkauf soll nicht einzeln, sondern als Gesamtpaket der übrigen 48 Firmen erfolgen. Damit ist vorerst relativ unwahrscheinlich, dass ein Mitbewerber aus der Charterbranche das weltweit größte Charter-Schwergewicht übernehmen will. Sunsail und Moorings verfügen ungefähr über 1200 Yachten in der ganzen Welt. Erst für dieses Jahr hatte die Gruppe kräftige Investitionen von rund 50 Millionen Euro in die Flotten angekündigt.

Bei der Pressekonferenz wurde kein konkreter Interessent für den Verkauf genannt.

Andreas Fritsch am 17.05.2016

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