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Türkei: Reaktionen auf die Anschläge

Charterkunden relativ sicher

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 30.08.2006

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Antalya und Marmaris sowie der Verhaftung von potentiellen Bombenlegern in Izmir stellen sich eine Reihe von Chartercrews die Frage, ob ihr Törn in der Türkei sicher ist oder ob eine kurzfristige Umbuchung oder Stornierung kostenlos erfolgen kann.

Da zurzeit das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) keine Reisewarnung für die Türkei ausgesprochen hat, diese aber Bedingung vieler Reiseanbieter für eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung ist, sind die Kunden auf die Kulanz der Charterfirmen angewiesen. Die sind bemüht, bestmöglich weiterzuhelfen. "Wir haben zwar noch keine Anfragen von Kunden bekommen, die umbuchen oder stornieren wollten. Doch sollte das der Fall sein, werden wir alles tun, den Kunden zum gleichen Zeitpunkt ein Boot in einem anderen Revier anzubieten", so Andrea Bertrand von Moorings Deutschland, die Yachten in Göcek stationiert haben.

Bei Sun Charter, deren Flotte vor allem in Marmaris liegt, gingen bereits Anrufe besorgter Kunden ein, die aber alle nach Rücksprache mit der Agentur doch segeln werden. "Was die Kunden wissen müssen", so Sun-Charter Chefin Ursel Rosendahl: "Unsere Transfers finden mit privaten PKW oder Bussen statt, man fährt direkt zur Netsel-Marina, die schon seit Jahren sehr streng bewacht wird und abgeschottet ist. Das Risiko ist dort also gering, zumal jetzt auch ein großer Supermarkt auf dem Gelände ist und die Crews zum ersten Grundeinkauf nicht zwingend in die Stadt müssen."

Lediglich vom Stadtbummel in die Altstadt von Marmaris oder der Fahrt mit öffentlichen Bussen raten die Revierexperten zurzeit ab. Sun Charter würde sich im Falle von Stornierungs- oder Umbuchungswünschen bemühen, eine Alternative zu finden oder aber das Schiff über ein Lastminute-Angebot noch zu verchartern. Gelingt dies nicht, müssten die Kunden allerdings die vertragsüblichen Stornokosten tragen.

Dasselbe gilt im Prinzip für die meisten Anbieter, zumindest was die Schiffe angeht. Anfallende Stornokosten für Flüge müssten die Segler allerdings wahrscheinlich immer selber tragen, da deren Erhebung nicht in der Hand der Flottenbetreiber liegt.

Generell ist die Gefährdung für Segler wohl geringer einzustufen als für Landurlauber, da sie selten in großen touristischen Zentren oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Vielbesuchte öffentliche Plätze in größeren Städten wie Marmaris, Bodrum oder Cesme sind allerdings auch laut Auswärtigem Amt stärker gefährdet.


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Themen: anschlägeChartererSicherheitTürkei

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