Chartermarkt

Thinius versucht Neustrukturierung

Geschäftsführer Andreas Kühn widerspricht seiner eigenen Aussage, wonach die spanische Thinius-Gesellschaft auf Mallorca insolvent sei

Andreas Fritsch am 20.10.2016
Thinius

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Gestern hatte YACHT online berichtet, dass Thinius-Chef Kühn in einer Mail an eine niederländische Charteragentur selbst eingeräumt hat, seine Firma sei – so wörtlich – "insolvent". Für eine Stellungnahme waren am Mittwochvormittag weder er noch Mitarbeiter seines Unternehmens erreichbar. Nun widerruft Kühn seine eigene Aussage.

Wie er gegenüber der Redaktion heute mitteilte, sei keine seiner drei Firmen insolvent. Kühn erklärt die Probleme bei Thinius auf Mallorca und in Lemmer so:

"Ich habe mich bei der Mail an die besagte Agentur in der Formulierung vergriffen. Den Tatsachen entsprechend hätte ich von Zahlungsschwierigkeiten schreiben müssen. Für alle GmbHs und die spanische SLU gilt, dass keine Insolvenz beantragt wurde und auch noch kein Insolvenzverfahren läuft."

Zu den Ursachen für die finanziellen Probleme schreibt Kühn: "Im Januar wurden zehn Yachten aus der Flotte auf Mallorca genommen. Somit konnten die Kunden, die schon auf diesen Yachten gebucht waren, nur schwer bedient werden. Im Zuge dessen kam es zu Umbuchungen und Ausfällen, trotz hohem Einsatz unsererseits. In der Folge waren die Kosten um ein Vielfaches höher als kalkuliert, da Yachten über Drittanbieter gechartert werden mussten. Somit wurde die Liquidität immer geringer und es kam zu Zahlungsengpässen, besonders zum Saisonende."

Kühn weiter: "Aufgrund dieser Zahlungsschwierigkeiten habe ich beschlossen, mich neu zu strukturieren, und einen Berater um Hilfe gebeten." Es handelt sich dabei um einen langjährigen Geschäftspartner. Kühne zufolge unternehme er "alle Anstrengungen, Thinius zu sanieren und auf die neue Einnahmesituation zu reagieren, indem die Kosten angepasst werden, um wieder in die Gewinnzone zu kommen."

Im Gespräch mit YACHT online zeigte sich der Vercharterer entschlossen, an die einstigen Erfolge seines 28 Jahre bestehenden Unternehmens anzuknüpfen. Inwieweit dies gelingen kann, wird freilich erst das Sanierungskonzept zeigen, an dem derzeit Kühns Angaben zufolge noch gearbeitet wird. 

Andreas Fritsch am 20.10.2016

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