Türkei
Strengere Aufenthaltsregeln für Eigner

Die türkische Regierung ändert das Ausländerrecht. Künftig könnten Yachtbesitzer, die viel Zeit auf ihrem Boot verbringen, Probleme haben

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 05.02.2015

A. Fritsch/YACHT Strengere Gesetze für Ausländer in der Türkei

Anlass für die Änderungen ist der Aufbau einer sogenannten Ausländer-Behörde, mit der die Türkei dem wachsenden Zustrom von Einwanderern gerechtwerden will. Im Zuge dessen wurde nun verkündet, dass die bisherigen recht liberalen Einreisebestimmungen für Eigner komplizierter werden. Wer eine eigene Yacht in einer Marina hatte, konnte bislang entweder ein ganz normales Touristen-Visum nutzen, das ihm einen Aufenthalt von maximal 90 Tagen gewährt oder aber das sogenannte Ikamet beantragen.

Dieses Dokument in Form eines kleinen blauen Buchs erlaubte es Eignern, auch länger ihr Boot zu nutzen, eine beliebte Variante bei Crews, die bereits im Ruhestand sind. Nun wird diese Regelung aber eingeschränkt: Wer ein Ikamet hat, darf die Türkei maximal 120 Tage im Jahr verlassen, andernfalls verfällt es. Bislang kursierte diese Regelung mehr als Gerücht an der Küste, nun verdichten sich die Anzeichen, dass sie umgesetzt werden könnte: Einer deutsch-britischen Crew in Finike wurden Info-Broschüren der örtlichen Behörden übergeben, auch wurden britischen Botschaftsmitarbeitern bei einem Termin im zuständigen Ministerium entsprechende Angaben bestätigt.

Derzeit gilt Folgendes:

  • Sowohl bereits ausgestellte als auch neue Ikamets verfallen, wenn der Inhaber mehr als 120 Tage außerhalb der Türkei verbracht hat. Es müssen nicht 120 Tage in einem Block sein, sondern alle Tage werden zusammengerechnet.
  • Verfällt das Ikamet, kann der Einreisende die normale Touristen-Aufenthaltsdauer von 90 Tagen in Anspruch nehmen.
  • Nach dem Verfall des Ikamets kann direkt ein neues beantragt werden, es fallen aber neuerlich alle Gebühren (und Behördengänge) an.
  • Verfällt das Ikamet, erlischt auch die Krankenversicherung in der Türkei, die viele Eigner extra abgeschlossen haben. Diese ist als Nachweis üblich.

Zurzeit sind die Räumlichkeiten der Ausländerbehörde, in denen das Prozedere stattfinden soll, noch nicht fertiggestellt. Damit gibt es bislang auch kaum Erfahrungen, ob die neue Gesetzeslage vor Ort tatsächlich umfassend umgesetzt wird. Im Frühjahr könnte es so weit sein; es erscheint allerdings auch möglich, dass es noch Nachbesserungen gibt. Eine derartige Einschränkung der Aufenthaltsdauer stellt für die Betreiber der Marinas durchaus eine Benachteiligung dar. Eigner, die sehr viel Zeit auf ihrem Boot verbringen wollen, sollten sich also zu gegebener Zeit bei ihren Marinas und den zuständigen Behörden erkundigen.


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Themen: AusländerbehördeIkametNeue RegelnTürkei

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