Chartermarkt
So Long Yachting angeschlagen

2014 wurde die Hamburger Agentur verkauft. Nun geriet sie in Probleme, musste vorläufige Insolvenz anmelden. Doch Rettung scheint möglich

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 03.09.2015

So Long Wieder auf Kurs: So Long

Vor zwei Jahren hatte der neue Geschäftsführer Manuel Meyer So Long vom Vorbesitzer Hans-Joachim Goergens gekauft. Die Agentur war Jahrzehnte erfolgreich am Markt gewesen. Meyer musste nun letzte Woche überraschend vorläufige Insolvenz anmelden. Laut dem Insolvenzverwalter Simon Boes, eingesetzt vom Amtsgericht Pinneberg, sei die Firma aber wohl zu retten, da im Kern rentabel. Es gebe drei Interessenten für einen Kauf, darunter auch der vorherige Inhaber. Deshalb sei die Firma auch nur in vorläufiger Insolvenz, die im Gegensatz zur normalen Insolvenz nicht die Abwicklung der Firma zum Ziel hat, sondern deren Weiterführung mit neuen Inhabern oder Investoren.

Kunden, die bei So Long gebucht haben, wurden mittlerweile vom Insolvenzverwalter angeschrieben, es soll um rund 70 Fälle gehen. Da versucht wird, einen Käufer zu finden, würde dieser dann die ausstehenden Verbindlichkeiten der Agentur für spätere Reisen mit übernehmen müssen.

So Long gab glücklicherweise Sicherungsscheine für Buchungen aus, und zwar sowohl von Yacht Pool als auch Pantaenius. Yacht Pool reagierte bei Bekanntwerden der Situation rasch und sorgte nach Angaben des Insolvenzverwalters dafür, dass alle über sie abgedeckten, fälligen Kundengelder für bereits gebuchte Charterreisen an die Flottenbetreiber überwiesen wurden. Erst anschließend werden die Formalitäten abgewickelt, die für den Rückversicherer nötig sind. Den Kunden entstanden so keine Unannehmlichkeiten, da sie die Chartersumme nicht erneut überweisen mussten und erst später erstattet bekommen.

Pantaenius-Kunden werden gebeten, sich schnellstmöglich zu melden, damit die Regulierung des Schadens über den Rückversicherer R+V eingeleitet werden kann. Eine rasche Orientierung bietet ein 7-Punkte-Papier, das hilft, die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen, damit eine rasche Regulierung möglich wird. Nötig sind:

Kopie der Bürgschaft Buchungsbestätigung So Long Yachting Zahlungsnachweis (z. B. durch Kontoauszug) der geleisteten Zahlungen an So Long Yachting Ausdrückliche Erklärung, dass die Reise aufgrund des Insolvenzantrages nicht stattgefunden hat bzw. Ausführungen zu eventuellen Doppelzahlungen bei Reiseantritt führen Angabe einer Kontoverbindung, auf die ein Erstattungsbeitrag geleistet werden soll Ihre vollständige postalische Anschrift Ggf. Nachweis der vor Ort nochmals zu erbringenden Zahlungen.

Allerdings sagte der Insolvenzverwalter, dass die R+V Versicherung erlärte, erst mit der Regulierung zu beginnen, wenn feststeht, wie hoch die Gesamt-Schadenssumme ist, da erst dann klar ist, ob der Maximalversicherungswert für Schäden von 20 000 Euro pro Vercharterer überschritten wird. Ist dies der Fall, bekommen die Kunden anteilig Ersatz (Quotelung). Die Kunden müssen also diese zeitliche Verzögerung aus eigener Tasche überbrücken, wenn sie mit dem gebuchten Boot auf Törn gehen wollen. Die R+V Versicherung bestätigte dieses Vorgehen auf Nachfrage der YACHT.

Bislang sind rund 70 Kunden betroffen. Doch der Insolvenzverwalter ist optimistisch: "In zwei bis drei Wochen sollte eine Übernahme möglich sein", so Simon Boes.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Insolvenzso long

Anzeige