Epidemie

Reaktionen der Charterbranche auf Corona-Virus

Wie man kundenfreundlich der Sorge um den Virus den Wind aus den Segeln nimmt, zeigt 1. Klasse Yachten. Derweil bekommt Italien die Corona-Folgen zu spüren

Andreas Fritsch am 05.03.2020
Coronavirus
Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM

Um Kunden die Sorge um eine mögliche Buchung in Corona-Zeiten zu nehmen, geben die Heiligenhafener für ihre Mittelmeer-Standorte auf Mallorca und in Kroatien eine Kunden-Garantie ab: Für alle Buchungen, die vom 4. 3. bis zum 30. 4. abgeschlossen werden, bieten sie kostenlose Storno- oder Umbuchungs-Möglichkeiten. Bis 45 Tage nach Buchung gilt eine Geld-zurück-Garantie.

Für den Anreisetag generell gültig: Wenn die Charter wegen Quarantäne zu Hause, Grenzschließungen, Flugausfällen oder offizieller Reisewarnungen der Behörden in das Chartergebiet zum Törnzeitpunkt nicht stattfindet, kann die Chartersumme zu einem späteren Zeitpunkt in der Saison 2020 an einem der Standorte der Firma im Mittelmeer eingelöst werden; sind keine Kapazitäten frei, kann auch auf 2021 verschoben werden. Für Kunden, die vor dem 45-Tage-Termin gebucht haben, werden individuelle Lösungen gefunden. Für die Ostsee-Standorte von 1. Klasse Yachten gilt dies nicht, da die Lage in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt als noch nicht so dramatisch eingestuft wird.

"Sollte sich die Lage verschärfen, finden wir auch da sicher Lösungen", so Marketing-Chef Dirk Kaddach. "Wir haben in unser 48-jährigen Firmengeschichte schon einige Krisen, etwa den Jugoslawien-Krieg, Hochwasser oder die Sars-Vogelgrippe, gemeistert und werden auch mit der jetzigen Lage umgehen können!"

Derweil zeichnen sich im Reisemarkt die ersten Verwerfungen infolge von Stornierungen ab, allerdings vornehmlich für Italien und für Flugbuchungen aus Übersee. Wie das auf Reisedaten spezialisierte Institut Forward Keys mitteilt, sind die Buchungen nach Italien seit dem Anstieg der Fallzahlen in der Lombardei und den ersten Todesfällen drastisch eingebrochen; es werden deutlich mehr Reisen storniert, als neue hinzukommen. Insofern ist die strikte Reaktion der italienischen Behörden, die mit Quarantänen über ganze Orte den Ausbruch einzudämmen versucht, durchaus verständlich.

Corona

Rückgang der Flugbuchungen nach Italien 

In Deutschland mahnen aber auch immer mehr Experten, den Ausbruch gelassener zu nehmen. Nach Aussagen von Virologen liegt die Sterblichkeit bei Corona-Infizierten bei etwa 2 Prozent. Zum Vergleich: Beim Ausbruch des Sars-Virus vor einigen Jahren lag die Sterblichkeit bei 10 bis 11 Prozent. 

Chinesische Forscher differenzieren bereits genauer, da bei ihnen viel mehr Todesfälle registriert werden (über 80.000, in Deutschland sind es gerade einmal 349 bestätigte Fälle) Für junge Menschen ist das Risiko demnach eher gering (0,2 Prozent). Ab einem Alter von 50 steigt das Risiko, an der Infektion zu sterben, deutlich an – auf etwa 1,3 Prozent. Am stärksten gefährdet sind Menschen ab 80 – 14,8 Prozent der Infizierten in der chinesischen Auswertung starben. Ob diese Zahlen auf Europa übertragen werden können, ist fraglich, denn es ist davon auszugehen, dass eine ganze Reihe von Erkrankten nicht erfasst werden, da die Symptome schwach sind und sie nicht zum Arzt gehen.

Zurzeit flacht die Kurve mit der Zahl der Infizierten in Asien aber bereits ab, was die Forscher hoffen lässt. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahr für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung aber derzeit als "mäßig" ein.

Andreas Fritsch am 05.03.2020

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