Corona-Pandemie

Neue Reisewarnungen für Europa

In Frankreich, Kroatien und den Niederlanden sorgen steigende Fallzahlen für weitere Einstufungen von Risikogebieten nach den RKI-Kriterien

Andreas Fritsch am 17.09.2020
Korsika 2016 AFr_IMG_9744
YACHT/A. Fritsch

Jetzt auch Risikogebiet: Hafen von Calvi auf Korsika

Die zweite Corona-Welle hat Europa mittlerweile vielerorts erfasst, zum Saisonende folgen nun weitere Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für die meisten europäischen Reviere. Die Crews, die dort segeln, werden bei der Rückkehr somit zu einem zwingenden PCR-Test und Quarantäne verpflichtet. Zudem steigt bei Flugreisen in diese Regionen das Risiko, dass Flüge mangels Auslastung durch Pauschaltouristen kurzfristig storniert oder verlegt werden.

Gestern wurden in Frankreich die gesamte Insel Korsika, die Region von La Rochelle bis zur spanischen Grenze sowie die Küste um Calais zu Risikogebieten mit mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern erklärt. In Frankreich steigen die Zahlen seit etwa drei Wochen deutlich an, zuletzt lagen sie bei knapp unter 10.000 Neuinfektionen pro Tag. Die Côte d’Azur und der Großraum Paris stehen schon länger auf der Risikoliste.

In den Niederlanden sind die Regionen Noord-Holland und Zuid-Holland auf die Liste der Risikogebiete gesetzt worden. Die Region Noord-Holland umfasst praktisch die gesamte Küste westlich von IJsselmeer und Markermeer inklusive Amsterdam sowie die Insel Texel. Die Region Zuid-Holland schließt südlich davon entlang der Küste bis zum Grevelingen an.

In Kroatien wurden nach der Einstufung der Gebiete Sibenik-Knin und Split-Dalmatien von vor einigen Wochen nun auch die Gespanschaften Zadar sowie Dubrovnik-Neretva sowie einige Inlandsbereiche zum Risikogebiet erklärt. Damit ist die Küste samt vorgelagerten Inseln von etwa Höhe Premuda/Pag bis hinunter zur Grenze nach Montenegro betroffen. In Istrien dagegen sind die Infektionszahlen bislang niedrig.

Spanien ist schon seit längerem Risiko-Gebiet, vor einer Woche wurden nun aber leider auch die Kanaren in die Liste aufgenommen, die für viele Charter-Crews ansonsten eine beliebte Winter-Charter-Alternative zur Karibik sind.

Für Charterflotten-Betreiber und -Kunden besonders im Mittelmeer ist die zweite Welle ein schwerer Schlag. Die neuen Buchungen sind praktisch zum Stillstand gekommen, und schon zum zweiten Mal in diesem Jahr rollt eine Stornowelle und Umbuchungsanfragen, die für Flottenbetreiber und Agenturen viel Arbeit bei gleichzeitig einbrechenden Einnahmen bedeuten. Wichtig zu wissen für Kunden: Reisewarnungen sind so gut wie nie ein Kündigungsgrund für Charterverträge, da diese meist nicht dem Reiserecht unterliegen. Einige Flottenbetreiber schalten wegen der einbrechenden Einnahmen bereits auf einen härteren Kurs gegenüber Kunden um und erlauben keine weiteren kostenlosen Umbuchungen. Wer die Charter also nicht antreten kann oder will, sollte schleunigst Kontakt zu seinem Flottenbetreiber oder der Agentur aufnehmen.

Andreas Fritsch am 17.09.2020

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


    ANZEIGE

    Weitere News und Angebote

Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online