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Moorings Marschroute

Nach der Fusion mit Sunsail greifen nun die ersten erwarteten Strategie-Anpassungen

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 04.07.2007

Knapp ein Jahr ist es nun her, dass der britische Charter-Riese First Choice, zu dem Sunsail gehört, Moorings gekauft hat. So lange ließen sich die Manager beider Konzerne Zeit, um eine Bestandsaufnahme zu machen und entscheiden, wie die Marken in Zukunft nebeneinander weiter geführt werden. Es galt zu prüfen, ob Synergie-Effekte möglich sind, unnötige Konkurrenz an Standorten gestoppt werden kann und wie die Profile der Marken geschärft werden können. Das ist nun in Grundzügen geschehen.

Zunächst einmal gibt es erste Zusammenlegungen von Flotten-Standorten. Moorings löst seine Basis im kroatischen Trogir auf und zieht um nach Kremik, wo Sunsail seit Jahren eine Basis hat. Ähnliches passiert in der Türkei: Moorings verlegt hier aber nur den Stützpunkt innerhalb eines Ortes: Von der Port Göcek Marina in die Marina weiter in Richtung Ortsmitte, in der auch die Sunsail Schiffe liegen. Was dem Konzern wichtig ist: Trotz der Zusammenlegung haben die Marken getrennte Empfangsbereiche, dass heißt Moorings-Kunden finden eigens gelabelte Büros und Stegbereiche sowie Personal vor und checken nicht etwa am Sunsail-Stand ein. Am bislang gewohnten Service von Moorings, soll sich nichts ändern. Im Gegenteil, der ohnehin umfangreichere Service soll im Vergleich zu Sunsail noch etwas weiterentwickelt werden. Dazu gehören noch flexiblere Regelungen für Übergabetage, die bei Moorings auch während der Woche möglich sind, das kostenlose zur Verfügung stellen eines Skippers für den ersten Tag und einiges mehr, wie Moorings-Deutschland Sales- und Marketing-Managerin Andrea Bertrand erklärt.

Um den Unterschied zwischen den Firmen weiter zu unterstreichen, verzichtet Moorings in Zukunft auf die Veranstaltung von klassischen Flotillen und überläßt dieses Marktsegment Sunsail, die dort ohnehin seit Jahren größter und spezialisierter Anbieter sind. Nicht verzichten möchte man allerdings auf bewährte Themen oder Motto-Törns, die seit einigen Jahren veranstaltet werden. Die führen in ein bestimmtes Revier, manchmal auch solche von Partnerfirmen ohne mooringseigene Flotten, und stehen eher für Segeln im losen Verband, in dem die meisten Crews eigenverantwortlich chartern und die Zielhäfen auch variieren können.

Ebenfalls neu ist, dass Moorings künftig noch stärker auf die Strategie einer Direktvermarktung über nur eine Buchungs-Zentrale setzt als zuvor. Im Zuge dessen können deutsche Kunden künftig nur noch direkt bei Moorings Deutschland buchen, die Zusammenarbeit mit der letzten deutschen Agentur, dem Hamburger Anbieter Scansail, läuft im September 2007 aus.

Zu guter letzt ist die stärkere Vermaktung des bislang kaum beworbenen Charter-Ablegers Footloose (www.footloosecharters.com) neu, der vor allem ältere und günstigere Yachten in der Karibik, der Südsee und Neuseeland anbietet. Das Programm des bislang vor allem auf dem US-Markt tätigem Anbieters mit eigener Flotte kann nun auch über Moorings in Deutschland gebucht werden.


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Themen: CharterMooringsStrategieSunsail

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