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Noch mehr Charter-Stützpunkte, Flottillen-Boom und neue Lieblingsreviere der Charterkunden dank Billigfliegern

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 23.01.2003

Die boot in Düsseldorf ist das Stimmungsbarometer der Branche: Hier entscheidet sich für viele Firmen, wie die Buchungen laufen, werden neue Reviere vorgestellt, Kundentrends gesetzt und Events aus der Taufe gehoben.

Trotz einer mäßigen Vorjahressaison überraschen viele Flottenbetreiber mit dem Ausbau ihrer Flotten. Die deutsche Firma Bestsail, ein Zusammenschluss großer Charter-Agenturen, eröffnet weitere Basen auf Sizilien und in Slowenien, US-Riese Moorings auf den Seychellen und die Briten von Sunsail in Kroatien und der Türkei. Vor allem Kroatien ist nach wie vor das am stärksten boomende Revier, immer mehr Stützpunkte werden dort eröffnet, Schiffe dorthin verlegt, Häfen weiter ausgebaut.

Generell berichten viele Firmen vom ungebrochenen Trend hin zu Charterzielen, die entweder mit dem Auto erreichbar sind oder aber nur kurze Flugzeiten erfordern. So wird das in diesem Jahr offenbar allseits engere Budget entlastet. Manche Kunden gehen allerdings noch einen Schritt weiter: Der Charter-Sommerurlaub vieler Crews wird in dieser Saison von den früher obligatorischen zwei Wochen auf eine zusammengestrichen

Mit Sorge blickt der Markt auf das zweite Boomrevier der vergangenen Jahre, die Türkei: Einige Vercharterer berichten bereits von unschlüssigen Kunden, die mit ihrer Buchung zögern, da nicht klar ist, ob im Nachbarland Irak in Kürze der Krieg beginnt oder die Krise doch noch abgewendet werden kann.

Eine Überraschung in Sachen Reviere ist in diesem Jahr Italien. Die Nachfrage nach Schiffen an einigen Zielen scheint zu steigen. Die Gründe dafür liegen offenbar in den Preiskämpfen der Fluglinien. Beispiel Neapel: Noch im letzten Jahr kostete ein Flug zu dem reizvollen Revier im Golf und den pontinischen Inseln rund 320 Euro, in diesem Jahr bietet Hapag Lloyd Express ihn mit etwa 98 Euro derart billig an, dass das ansonsten eher hochpreisige Revier günstig wird.

Ebenfalls unerwartet zeichnet sich ein für den deutschen Markt ungewöhnlicher Trend zu Flottillen ab. Die Geschwaderfahrten mit Führungsboot genossen zu Unrecht hierzulande lange einen zweifelhaften Ruf als Einsteigerveranstaltung mit dem Charme einer Pauschalreise. Das scheint sich drastisch geändert zu haben.

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass es Flottillen in fast allen Schwierigkeitsgraden, Größen und auch im eher "lockeren" Verbund gibt. Immer mehr Veranstalter nehmen deshalb Flottillenfahrten in ihr Angebot auf, manche haben die Zahl der Termine sogar verdoppelt.


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Themen: bootCharterFlotillenStimmungTrendsZiele

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