Insolvenz
Kurt Ecker gibt Rettungsversuch auf

Der Investor des Gründers zieht sich zurück, der Chartermarkt erschien ihm nach Prüfung der Zahlen nicht lukrativ genug für den Einstieg

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 19.12.2013

Fritsch, Andreas Fand keine Finanzierung für einen Neustart. Kurt Ecker

Die Nachricht kommt überraschend, noch vor zwei Wochen war der Firmengründer von Ecker Yachting optimistisch, die in die Pleite gerutschte Firma mit seinem Namen retten zu können. Mit einem finanzstarken Investor wollte er die Basen in Kroatien und Griechenland übernehmen und trotz seiner 68 Jahre noch einmal einen Neustart wagen. Die Mehrheit der geschädigten Eigner konnte Ecker auf der letzten Eignerversammlung am 7. Dezember hinter sich bringen, doch das war offensichtlich nicht genug.

"Die Entscheidung wurde nun letztendlich nicht von mir getroffen, und so brauche ich mir nicht den Vorwurf zu machen, dass ich es nicht wenigstens versucht habe!", erklärte der Österreicher gegenüber der YACHT. Die Einschätzung des wohl branchenfremden Investors stellt dem Markt dabei kein gutes Zeugnis aus. Laut Ecker habe dessen Fazit ergeben, dass die "kaputten Preise" eine Charter in der Qualität, die dem Investor und Kurt Ecker vorschwebten, nicht mehr lukrativ genug sei, um ein Millionen-Investment zu rechtfertigen. Ein bitteres Resümee.

Zwar leidet die Charterbranche vor allem in Kroatien seit mehr als zehn Jahren unter einem erbitterten Preiskampf, doch bislang hat selten jemand die Lage so schonungslos bilanziert. Allerdings beweisen auch einige der Firmen, die auf ebenfalls hohem Qualitäts-Niveau arbeiten wie etwa Dalmatia Charter in Trogir, Bavadria oder Pitter Yachting, dass das Chartergeschäft sehr wohl gut funktionieren kann. Nur das schnelle, große Geld ist dort mit Sicherheit nicht mehr zu verdienen.

Dass dafür teils auch unpopuläre Schnitte nötig sind, wie etwa die Beschäftigung vieler Mitarbeiter auf den Basen nur noch während der Saison, ist eine unausweichliche Folge des Wettbewerbs – und der nach wie vor extrem ausgeprägten "Geiz ist geil"-Mentalität vieler Charterkunden.


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