Kroatien

Kornaten: jetzt auch Gebühren in Konobas?

Erste Crews berichten von Nachfragen der Konoba-Wirte nach dem Nationalparkticket. Ist keins vorhanden, bieten sie ein verbilligtes Ticket an

Andreas Fritsch am 04.07.2019
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YACHT/A. Fritsch

Vrulje in den Kornaten

Es war die bislang meistgenutzte Kostenbremse für den mittlerweile extrem teuren Eintritt für Yachten in den Nationalpark Kornaten: Wer an den Stegen einer Konoba festmachte und dort abends essen ging, wurde von den Kontrolleuren des Nationalparks nicht überprüft und kam darum herum, die Gebühr zu entrichten. Die liegt für ein erst im Nationalpark gekauftes Ticket in der Hochsaison (Juni-September!) mittlerweile bei rund 162 Euro pro Tag für ein Schiff von 11 bis 18 Meter. Kauft man es vorab online, ist es 50 Prozent günstiger. 

Dass an den Konoba-Stegen bislang nicht kontrolliert wurde, ist allerdings keine offizielle Befreiung, sondern ging auf die Weigerung der Restaurantbesitzer zurück, die Kontrolleure auf ihre Grundstücke zu lassen. Sie wehren sich seit Jahren auf diesem Wege gegen die Gebühr, da sie einen starken Rückgang der Besucherzahlen in ihren Restaurants befürchten. In den letzten Jahren versuchte die Nationalparkverwaltung mehrfach, Kontrollen in den Konobas einzuführen, scheiterte aber an der teils heftigen zivilen Widerstand der Wirte.

Doch nun scheint sich das zu ändern. Der YACHT liegt ein erster Bericht vor, dass eine Crew vor Ort vom Konoba-Wirt gefragt wurde, ob sie im Besitz eines Nationalparktickets sei. Falls nicht, bot dieser ihnen an, direkt von ihm ein verbilligtes Ticket für 180 Kuna zu kaufen. Der Preis läge dann fast 50 Prozent unter dem bereits vergünstigten Vorverkaufspreis übers Internet oder die Vorverkaufsstellen am Festland. Da die Crew ein Ticket hatte, lehnte sie ab.

Eine ähnliche Entwicklung bestätigt auf Nachfrage auch Revier-Experte Karl-Heinz Beständig: "Die dortigen Restaurants und die Nationalpark-Verwaltung sind unter Vermittlung eines Ministeriums schon länger auf der Suche nach einer Lösung des Gebührenstreits. Es zeichnet sich ab, dass die Wirte ihre Gäste fragen sollen, ob ein Ticket vorhanden ist. Kontrollieren dürfen sie dessen tatsächliches Vorhandensein aber nicht. Mir liegen Hinweise vor, dass einige Restaurants bereits über Ticket-Drucker verfügen."

Auf der Webseite des Nationalparks finden sich unter den Hinweisen zum Ticketkauf keine entsprechenden Hinweise auf eine Neuregelung.

Andreas Fritsch am 04.07.2019

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