"Hippopotamus" unterwegs
Judith und Sönke Roever in Tonga

Das Hamburger Ehepaar steht kurz vor der Überfahrt nach Neuseeland und wartet auf das richtige Wetterfenster

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 10.11.2008

Mit ihrer "Hippopotamus", einer Gib’Sea 106, sind Judith und Sönke Roever nun seit eineinhalb Jahren unterwegs. Ihr usprüngliches Ziel Neuseeland soll längst nur noch Zwischenstation sein. Hier der neueste Reisebericht des Paares:

"Seit mehr als einer Woche liegen wir nun im Süden Tongas vor Anker und warten auf den Absprung nach Neuseeland. 1020 Seemeilen trennen uns von Opua an der Bay of Islands, unserem Zielhafen auf der Nordinsel. Anders als die Langstrecken, die wir bisher zurückgelegt haben, verläuft dieser Törn allerdings nicht mit dem Passatwind im Rücken. Stattdessen müssen wir uns auf Winde mit wechselnder Richtung und Stärke einstellen, weil wir von den Tropen über die Subtropen in die gemäßigten Breiten segeln und somit mehrere Klimazonen passieren. Denn während hier fast jeden Tag die Sonne scheint und es im T-Shirt zu warm ist, beginnt in Neuseeland bei 13 Grad und Regen nur langsam der Sommer.

Deshalb wird bei der abendlichen Happy Hour in Big Mamas Yachtclub auch kein Thema so kontrovers diskutiert wie das Wetter für die Überfahrt. Ziel ist es, ein richtiges Wetterfenster für die anspruchsvolle Passage zu erwischen. Ewig Zeit lassen können wir uns dafür nicht, weil ab Dezember die Gefahr von Zyklonen in dem Seegebiet existiert.

Seit ein paar Tagen ist nun ein wenig Licht am Horizont zu sehen, weil wahrscheinlich ein neues Hochdruckgebiet aus der Tasmansee im Anmarsch ist. Mit etwas Glück beschert es uns zum Ende der Woche eine günstige Wetterlage. Vorher ist mit Flaute und allenfalls schwachen Winden zu rechnen. Wir üben uns also weiter in Geduld und harren dem Wetter das da kommt."

Und hier noch ein Bericht von den Inselwelten Tongas:

Tage unterwegs: 538
Seemeilen: 14.678

"Die Vavau-Gruppe im Norden Tongas ist ein Segelparadies aus Buchten, Felsen, Palmen, Riffen und Stränden. Innerhalb von zwanzig Seemeilen gibt es mehr als vierzig Ankerplätze, die zum Verweilen einladen. Da sie alle so dicht beieinander sind, sorgen wir und unser Besuch Sylvia und Wolfi jeden Tag für einen Tapetenwechsel. Folglich gibt es in den gemeinsamen vierzehn Tagen viel zu erleben.

Wir fangen Fische (Thunfisch und Mahi Mahi), schnorcheln in Höhlen (kostet Überwindung, wenn der Eingang unter Wasser liegt), klettern auf Palmen (her mit der Nuss), versuchen Kitesurfen (zu wenig Wind), spielen Karten (eine abendfüllende Beschäftigung), grillen am Strand (der Fisch muss weg), wandern an endlosen Stränden (siehe Titelbild dieses Logbucheintrages) und lassen knapp 200 Seemeilen im Kielwasser.

Viel besser konnte unser Besuch sein Ziel so gesehen gar nicht auswählen. Tonga ist ein Paradies der Abwechslung, eingebettet in eine sagenhafte Natur. Dazu sei ergänzt, dass das Königreich im Wesentlichen aus drei Inselgruppen besteht. Im Norden die Vavau-Gruppe. Sechzig Seemeilen weiter südlich die Haapai-Gruppe und weitere sechzig Seemeilen weiter südlich die Tongatapu-Gruppe. In jeder Gruppe gibt es unzählige Ankerplätze. Würden wir sie alle ansteuern, wären wir vermutlich im Frühjahr noch hier. Aber dazu fehlt uns allen die Zeit. Wir machen daher das Beste draus und verbringen je eine Woche in den oberen beiden Revieren bevor unser Besuch uns im Süden wieder verlässt."

Weitere Informationen zu der Reise und viele schöne Bilder finden Sie unter www.hippopotamus.de


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Themen: HippopotamusNeuseelandReiseWeltumsegelung

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