Reise

Inside USA

Auf eigenem Kiel mitten durch die Vereinigten Staaten. Ein deutsches Seglerpaar berichtet von einem höchst ungewöhnlichen Törn

Pascal Schürmann am 14.09.2010

Die große nordamerikanische Schleife, davon träumen nicht wenige Langfahrtsegler. Doch nur wenige nehmen sie tatsächlich in Angriff. Denn der Weg ist lang. Sehr lang. Sieben Monate waren Jörg und Gabi Barczynski aus Solms mit ihrer Bavaria 350 in den USA unterwegs – und haben keinen einzigen Tag bereut.

Das Paar, das mehrere Jahre lang auf Weltumsegelung war, schlug, in der Karibik angekommen, eine andere Richtung ein als die meisten anderen Blauwassercrews. Während die einen vor der nahenden Hurrikansaison Richtung Süden oder Westen, sprich an die Küste Venezuelas oder gen Panamakanal flüchteten, richtete die "Trudel" den Bug nach Norden.

Von Florida aus führte der Törn zunächst über den Intracoastal Waterway bis nach New York. Die berühmte Wasserstraße verläuft parallel zur Ostküste der USA, mal dicht am Atlantik, mal etwas weiter landeinwärts. Sie wird auch von zahlreichen europäischen Crews befahren, von denen viele aber irgendwann nach Osten abzweigen, um über den Nordatlantik zurück in die Heimat zu segeln.

Nicht so die Barczynskis. Sie ließen die Freiheitsstatue links und Manhatten rechts liegen und steuerten in den Hudson. Über den Fluss und sich anschließende Kanäle erreichten sie unweit der Niagara-Fälle die Großen Seen an der Grenze nach Kanada. Der zuvor gelegte Mast konnte wieder gestellt werden. Voraus lagen der Erie-, der Huron- und der Michigansee.

Millionenmetropoloen wie Detroit oder Chicago lief man ebenso an wie verträumte Fischerorte und typisch amerikansiche Kleinstädte. Allerorten wurden die Deutschen auf das herzlichste Willkommen geheißen. Je weiter "Trudel" nach Westen vordrang, desto seltener hatte man dort je eine Yacht aus good old Germany gesehen.

Von Chicago aus ging es weiter über Flüsse und Kanäle bis zum Mississippi. Auch wenn der gewaltige Strom jegliche Mark-Twain-Romantik vermissen ließ, war er doch einer der Höhepunkte der Reise. Über Hunderte Meilen ließen sich die Segler weiter gen Süden tragen, erkundeten einzigartige Segelreviere in Kentucky, besuchten die Heimatorte von Elvis Presley und Tennessee Williams — und erreichten schließlich den Golf von Mexiko.

Ihre Erlebnisse und Abenteuer hat das Paar aufgeschrieben, jetzt nachzulesen in der neuen Ausgabe der YACHT (Haft 20/2010, ab Mittwoch am Kiosk).


Pascal Schürmann am 14.09.2010

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

    ANZEIGE

    Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online