Griechenland

Inferno im Ionischen Meer

Auf der Insel Lefkada forderte ein Tornado in einer der beliebtesten Ankerbuchten ein Todesopfer, er versenkte Schiffe und knickte Masten

Andreas Fritsch am 06.10.2011
Lefkada

Chaos nach Sturm

Ende September traf der Wirbelsturm am späten Nachmittag die weitläufige Vlycho-Bucht an der Ostseite der Insel, doch erst jetzt werden Berichte von Seglern publiziert, die Augenzeugen des Dramas waren. Auf der Seite des Langfahrt-Verbandes Trans Ocean berichten Birgit Best und Richard Gailer, die seit Jahren regelmäßig im Ionischen Meer unterwegs sind, vom Geschehen. Sie ankerten in der Vlycho-Bucht, um – wie viele andere Crews – einen vorhergesagten Südsturm mit sieben bis acht Beaufort abzuwettern. Für diese Windrichtung ist der Platz ideal und gilt seit Jahrzehnten als einer der sichersten Ankerplätze im Revier.

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Doch diesmal wurde der Platz zur Falle: Augenzeugen berichten, dass ein Tornado über die Bucht zog und mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern eine Spur der Verwüstung hinterließ. Yachten wurden entmastet, strandeten, sanken. Segel und Biminis zerfetzten, in einer nahen Werft stürzten dutzende Yachten im Winterlager um. Tragisch endete der Sturm für einen französischen Wassersportler, der von seinem Boot gespült wurde und ertrank. 

"Am späten Nachmittag des 20. bricht innerhalb weniger Sekunden ein ohrenbetäubend tosender Sturm auf diesem kleinen "See" mit nicht einmal 2 Kilometer Länge aus, der unsere Yacht fast platt auf das Wasser drückt. Mal rechts, mal links. Innerhalb Sekunden schießt Wasser aus den Waschbecken, Laptops, Geschirr und Möbelteile fliegen quer durch unser Boot. Unser Laufdeck ist trotz des enorm hohen Freibords wegen Krängung und Welle komplett überspült." berichtet Richard Gailer auf der Trans Ocean Seite. "

Weiter erzählt er: "Der sonst so friedliche Vlychon sieht aus wie nach einem Tsunami: Treibende Boote, Beiboote, Paddel, Rettungsringe, Äste, ein Schuh, zerfetzte Segel, wohin man schaut, zerfledderte oder ganz fehlende Biminis, Sprayhoods oder Kuchenbuden, zusammenhängende Yachten. Einige über Bord gegangene Segler auf anderen Yachten konnten sich Gott sei Dank aus eigener Kraft an Land retten."

Andreas Fritsch am 06.10.2011

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