Bootssteuer

Griechenland macht Ernst: Die Steuer wird kassiert!

2014 beschlossen, lag die Abgabe für Eigner dann doch lange auf Eis, es fehlte die bürokratische Umsetzung. Doch seit gestern muss nun gezahlt werden

Andreas Fritsch am 27.11.2018
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YACHT/A. Fritsch

Segeln in Griechenland, hier vor Kioni im Ionischen Meer, wird künftig teurer

Den Beschluss für die Boots-Steuer hatte das griechische Parlament schon 2014 verabschiedet, drei Jahre später hatte dann das Schifffahrtsministerium die Umsetzung angeordnet. Es fehlte aber noch eine Unterschrift sowie Umsetzungs-Verordnungen aus dem ebenfalls zuständigen Finanzministerium. Daher glaubte so recht niemand an eine Realisierung, zu oft schon war eine Abgabe angekündigt und später nicht realisiert worden.

Doch nun macht die Regierung von Alexis Tsipras Ernst. Wie der Griechenland-Repräsentant der Kreuzer-Abteilung Joachim Rollhäuser mitteilt, wurde im Gesetzesblatt schon am 16.11. der Text des neuen Erlasses 4504/2017 veröffentlicht, der die praktische Umsetzung regelt. Demnach ist die Abgabe, die nach Boots-Länge gestaffelt schon für Yachten ab sieben Meter monatsweise oder jährlich bezahlt werden muss, ab dem 26. 11. dieses Jahres fällig.

Ausgenommen davon sind nur Boote, die für das Winterlager an Land stehen, vorausgesetzt, dies wurde den Hafenbehörden vor Ort mitgeteilt. Dazu die KA: "Voraussetzung ist aber, dass man einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Hafenbehörde gestellt hat und das Boot im Buch für die außer Betrieb gestellten Schiffe eingetragen worden ist." Alle Eigner, die einen Dauerliegeplatz im Wasser haben, müssten eigentlich dann ab November zahlen. Die Abgabe kann entweder für das ganze Jahr entrichtet werden oder für Crews, die nur für einen begrenzten Zeitraum in griechischen Gewässern segeln wollen, auch monatsweise. 

Die Kreuzerabteilung hat die Behörden allerdings schon darauf hingewiesen, dass diese Umsetzung schwierig ist, da viele Eigner ihr Boot erst wieder im Frühjahr nutzen oder vor Ort nach dem Rechten sehen (zur Meldung der Kreuzer-Abteilung geht es hier). Da die Abgabe aber nicht auf elektronischen Wege beglichen werden kann, sondern Eigner dies tatsächlich bei den zuständigen Hafenbehörden vor Ort erledigen müssen, ist es sehr wahrscheinlich, dass viele der Steuer-Pflicht nicht nachkommen können. Angeblich sollen sich die Beamten nun darum kümmern, eine Fristverlängerung bis zum Frühjahr umzusetzen. Die griechisch-englischen Papiere für die neue Steuer finden sich zum Download hier.

  

Reviergebühren Griechenland
Länge über alles Euro/Monat Euro/Jahr
7-8 Meter 16 192
8-10 Meter 25 300
10-12 Meter 33 396
über 12 Meter 8 € pro Monat u. Meter Monatsgebühr x 12, keine Pauschale!

Die Steuer summiert sich vor allem für Eigner größerer Yachten rasch auf über 1000 Euro pro Jahr, für eine 13-Meter-Yacht etwa werden 1248 Euro fällig. Für solche Betroffenen kann es während der Winterpause also unter Umständen künftig lohnen, das Boot an Land zu stellen.

Es gibt allerdings Rabatt-Regeln: 

  1. Wer im Dezember des alten Jahres oder Januar des neuen Jahres das ganze Jahr im voraus komplett bezahlt, bekommt 10 Prozent Rabatt eingeräumt. 
  2. Für Boote über 12 Meter Länge, die erstmals einreisen und ein ganzes Jahr bleiben, werden 20 Prozent Rabatt abgezogen.
  3. Für Charterboote, die nicht zusätzlich privat genutzt werden, gibt es 25 Prozent Rabatt. 

Der dritte Punkt ist noch etwas unklar, gibt es doch auch eine Reihe von Eignern, die Charteryachten im Kaufcharter-Modell erworben haben und diese dann für ihren eigenen Urlaub nutzen können. Ob auch diese Modelle den 25-Prozent-Nachlass bekommen, bleibt abzuwarten. 

Zeitgleich mit dem nun veröffentlichen Gesetz ist auch eine Registrierungspflicht in Griechenland eingeführt worden. Dazu die Kreuzerabteilung: "Ab sofort müssen private (Freizeit-)Boote mit griechischer Flagge und geschäftlich genutzte (Freizeit-)Boote mit griechischer Flagge oder ausländischer Flagge in diesem neuen elektronischen Register der Unabhängigen Griechischen Behörde für Öffentliche Einnahmen (AADE) angemeldet werden. Privatboote mit ausländischer Flagge bleiben außen vor."

Andreas Fritsch am 27.11.2018

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