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Ecker Yachtings Wiederauferstehung?

Hannes Kikinger startet die insolvente Firma mit neuem geschäftsführendem Partner neu. Die alten Basen werden zum Teil weitergeführt

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 03.02.2014

Ecker Yachting Das Logo blieb nahezu unverändert

Hannes Kikinger hat seiner im Dezember geäußerten Ankündigung, Ecker Yachting mit einem neuen Investor wieder in den Markt zurückzubringen, offenbar in die Tat umgesetzt. In einer Pressererklärung verkündete er den Neustart unter dem alten Namen – ab sofort seien wieder Buchungen möglich.

Ecker Yachting Will den Neustart: Magister Hannes Kikinger

"Wir übernehmen die Basen in Kroatien, entsprechende Absprachen sind bereits getroffen, die Basis in Griechenland soll folgen", so der alte und neue Geschäftsführer gegenüber der YACHT. Es sei auch ein Neustart in der Türkei geplant, dort sei man aber noch in Verhandlungen um den Standort. Die Stützpunkte dort waren bereits aufgelöst worden, die kroatischen und griechischen Firmen hatte Kikinger dagegen mit frischem Geld im Dezember 2013 noch im letzten Augenblick vor der Pleite bewahrt.

Neu im Boot ist der ukrainische zweite Geschäftsführer Dimitry Nezvinskyi, dessen Familie frisches Kapital in die Firma gebracht hat. Er führt zusammen mit Kikinger nun die Geschäfte und will sich intensiv ins Tagesgeschäft einbringen.

Ecker Yachting Neu dabei als zweiter Geschäftsführer: Dimitri Nezvinskyi

Nach Angaben von Hannes Kikinger finden zurzeit letzte Gespräche mit den Eignern statt, die ihre Schiffe bei Ecker Yachting laufen hatten. "Die Eigner durften einen Vertrag und Abrechnungssystem nach ihren Vorstellungen entwerfen, und wir werden uns nach diesen richten. Wir hoffen so, einen großen Teil der Eigner zurückzugewinnen", so Kikinger heute gegenüber der YACHT. Basen und Liegeplätze seien gesichert, es fehle nun nur noch der letzte Schritt seitens der Eigner.

Die sind nicht mehr, wie zu Beginn der Insolvenz, durch gewählte Sprecher vertreten, sondern regeln jetzt alle einzeln ihr weiteres Vorgehen mit Ecker Yachting. Wie groß die Zahl derer ist, die trotz der teils großen finanziellen Verluste bereit sind in die Flotte von Hannes Kikinger zurück kehren, ist also schwer abzuschätzen. Viele Eigner vertrauen aber nach wie vor der sehr soliden Arbeit der Basisleiter vor Ort und könnten deshalb auch zurück in die Firma wollen.

Darüber hinaus soll die Flotte schon 2014 verjüngt werden. Es gäbe konkrete Pläne für neue Schiffe, die in Kürze spruchreif seien. Vorerst stünde allerdings die Konsolidierung der Finanzen im Vordergrund.

Ein neues Büro sei in Wien bereits eingerichtet und personell besetzt worden. Etwas später, nämlich zum März, soll dann auch die neue Webseite online gehen. Buchungen über das Büro seien aber bereits möglich. Ecker Yachting soll auch mit einem Stand wieder auf der Messe in Tulln präsent sein (Halle 4, Nr. 418).

Noch ungeklärt ist allerdings, wie die Buchungen neuer Kunden abgesichert würden. Nach der Insolvenz sind noch keine Verträge mit einem Rückversicherer geschlossen, es gäbe aber Gespräche und mit einer Lösung für die Frage des Sicherungsscheines sei in Kürze zu rechnen, so Hannes Kikinger.

Nach wie vor ist die Insolvenz der alten Firma Ecker Yachting mit Sitz in Ried noch nicht endgültig abgeschlossen.   Kikinger erklärt, er habe ein weiteres Angebot für die Übernahme der insolventen Bestandteile abgegeben, die Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Zuletzt hatte der Gläubiger-Ausschuss zwei Angebote als zu niedrig zurückgewiesen.


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Themen: Ecker YachtingInsolvenzkikingerNeustart

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