Ostsee

Dänemarks Öffnung – und die Probleme damit

++UPDATE++Ab dem 15. Juni sollen Crews die Grenze auch per Boot passieren dürfen. Nur ist das vielen Beamten vor Ort noch nicht bekannt. Die Detailprobleme

Andreas Fritsch am 10.06.2020
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YACHT/A. Fritsch

Läuft noch nicht rund: Saisonauftakt in Dänemark

++UPDATE SIEHE UNTEN++

Bei unseren Nachbarn im Norden läuft die Regelung der Öffnung etwas zäh an: Nachdem der Kreuzerabteilung von der dänischen Botschaft in Berlin mündlich schon vor knapp einer Woche bestätigt wurde, dass Crews ab dem 15. Juni über die Grenze segeln können, gab es bislang keine schriftliche Bestätigung dafür. Auf eine Anfrage der YACHT beim zuständigen Ministerium bekam die Redaktion die Antwort, dass die Grenzpolizei – und nur die – entscheidet, ob Eigner passieren dürfen oder nicht. Man solle es bei der Grenze versuchen oder über die Info-Nummer der Polizei Auskunft erfragen.

Das Problem ist nur, dass, wer diese Nummer anruft, in der Regel eine dänische Ansage hört und in einer Warteschleife landet. Versuche einiger YACHT-Leser, die Dänisch können, belegen, dass die Ansage sehr oft nur lautet, dass die Hotline belegt ist und man entweder noch einmal anrufen soll oder in einer endlosen Warteschleife landet. 

Doch nun kommt Bewegung in die Sache: Gegenüber dem Vercharterer 1. Klasse Yachten tätigte die dänische Polizei gestern Abend die folgende schriftliche Aussage: 

"Wenn Sie aus Deutschland, Norwegen oder Island anreisen, müssen Sie nach dem 15. Juni nachweisen können, dass Sie sechs Nächte in Dänemark gebucht haben. Es spielt keine Rolle, ob Sie in Ferienhäusern, auf Campingplätzen oder in Yachthäfen wohnen. Es ist auch kein Problem, dass die Nächte auf mehrere Yachthäfen aufgeteilt sind. Es geht nur um die Tatsache, dass die Nächte bei der Einreise dokumentiert werden müssen."

Doch wie die Praxis zeigt, ist das nur die halbe Wahrheit. Mehrere YACHT-Leser versuchten daraufhin, in  dänischen Häfen sechs Plätze zu buchen, doch keinem einzigen gelang es, auch nur eine Buchungsbestätigung für eine Nacht zu bekommen. Die meisten der dänischen Kommunal-Häfen sind auf solche Reservierungen technisch auch gar nicht vorbereitet. Das bestätigte sich auch, als eine YACHT-Mitarbeiterin letzte Woche für das Dänemark-Update in YACHT Nr. 14/2020 durchs Land reiste: Kein einziger Hafenmeister wusste, wie das umgesetzt werden soll und ob es wirklich legal ist, die Häfen anzulaufen.

Auch Versuche, Reservierungen über das Hafen-Buchungsportal www.marinabooking.dk zu tätigen, scheiterten bislang. Es stellt sich also die Frage, welche Marina in Dänemark überhaupt Reservierungen annimmt. YACHT-Leser, denen eine solche Buchung gelingt, bittet die Redaktion um eine kurze Nachricht, wo dies möglich ist (fritsch@yacht.de)!

Es scheint außerdem so, dass die Grenzbeamten derzeit je nach eigenem Ermessen entscheiden, wer ins Land darf und wer nicht. Zwei Eignern mit Dauerliegeplatz und Boot in Dänemark gelang mit dem Nachweis des Liegeplatzvertrages letzte Woche die Einreise nach Dänemark, da die Grenzbeamten ihren Vertrag mit dem Besitz eines Ferienhauses in Dänemark gleichsetzten. YACHT-Herausgeber Menso Heyl dagegen wurde beim Versuch, genau dies zu tun, an der Grenze von den Beamten aufgehalten und zur Umkehr gezwungen.

Man sieht also, der Saisonstart in den Segel-Sommer in Dänemark klappt noch nicht so richtig. Sobald wir mehr wissen, veröffentlichen wir die Info auf YACHT online.

YACHT-Leser Stefan S. berichtet: 

"Ich habe über das in dem Artikel "Dänemarks Öffnung – und die Probleme damit"
genannte Buchungsportal in folgenden Häfen buchen können:

Assens
Juelsminde
Nyhavn 2, Middelfart

Bei letzterem ging es nur auf Englisch oder Dänisch. Bei Deutsch bekam ich die Information das keine buchbaren Plätze verfügbar seien. In Bogense konnte ich nicht buchen, weil die Bezahlung nur mit DanKart möglich war.

Ich habe von drei anderen Häfen auf meine Buchungsanfrage "Booking Request" eine E-Mail bekommen, dass ich willkommen sei, und verstehe das als Buchungsbestätigung, so dass ich jetzt nach meiner Auffassung sechst betätigte Buchungsanfragen habe.

YACHT Leser Jörg R. berichtet

wegen der "Besuchsproblematik der eigenen Yacht" hatte ich das dänische Außenministerium angeschrieben.
Mit Hinweis auf Unzuständigkeit wurde ich an die Hotline der Polizei verwiesen. Soeben kam ich hier auch durch. Ergebnis: Ein  Besuch des eigenen Bootes ist so einfach nicht möglich!

Sechs im Vorwege nachgewiesene Hafenbuchungen erlauben zumindest das Segeln. Alternativ soll man ein Hotelzimmer bzw. Haus mieten, damit man dann das Boot auf Vordermann bringen kann. Hier sind jedoch ebenfalls die sechs Übernachtungen obligatorisch.

UPDATE: Soeben teilte mir die Mitarbeiterin der Hotline die Möglichkeit ab dem 15.06.2020: Der Vertrag (bzw. eine Kopie) für den Liegeplatz sowie eine Bestätigung des Hafenmeisters über die ganzjährige Nutzung und der Personalausweis sollten "die Grenze öffnen". Die sechs Übernachtungen sind dann auch nicht mehr notwendig.

YACHT Leser Jan A. berichtet:

Scan

Resrevierungs-Formular des Hafens von Lyø

im Anhang findet ihr das Formular aus Lyoe. Dort soll alles ausgefüllt und zurück an den Hafenmeister geschickt werden. Sehr unkompliziert und direkt eine Antwort per Mail erhalten.
 

YACHT_Leser Jan S. berichtet:

"Die Einreise für Dauerlieger in Dänemark ist nicht so problemlos ist wie erhofft. Als wir gestern am Grenzübergang an der A7 unseren Jahresvertrag für unseren Liegeplatz in Sonderburg vorzeigten, waren die Beamten der Meinung, da es sich dabei nicht um ein Sommerhaus, ein Hotel oder ähnliches handelte und wir keine 6 Übernachtungen belegen konnten, dürften wir nicht einreisen. Nur meine sichtlich Verärgerung und Hinweise, dass sogar der dänische Außenminister das anders sehe, halfen uns dann aus Kulanz über die Grenze, der Beamte glaubte uns dann "gnädigerweise", dass wir 6 Nächte bleiben wollen... Es empfiehlt sich also, einen schriftlichen Beleg über 6 Nächte mitzuführen."

Andreas Fritsch am 10.06.2020

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