Reportage
Chartern in Skandinavien

Die Alternative zur langen Anreise auf eigenem Kiel ist die Bootsübernahme direkt vor Ort. Dazu: die große Übersicht der Stützpunkte

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 04.01.2010

YACHT/L. Bolle Der Hafen von Anholt, im Sommer oft zu voll und dennoch ein lohnendes Ziel

Viele der schönsten Reviere im Norden sind von Deutschland aus in einem normalen Urlaub kaum erreichbar. Doch das Angebot an Yachten vor Ort ist besser geworden. Vieles spricht dafür, wieder einmal beim Nachbarn zu chartern. Wir haben es ausprobiert.

Nur die wenigsten Crews, die von den typischen deutschen Übergabeorten wie Flensburg, Heiligenhafen oder Rügen aus chartern, verirren sich über die Nordküsten von Fünen und Seeland hinaus. Das Kattegat ist fast ausschließlich in der Hand von Eignern, nach Osten hin ist in den allermeisten Fällen auf Bornholm Schluss. Von weiter entfernten Revieren wie den Stockholmer Schären, dem Oslofjord, den Ålands oder den Turku-Schären ganz zu schweigen. Der Aktionsradius ist während eines typischen Charterurlaubs für solche „Fernziele“ viel zu klein. Denn wer mit einer fremden, ungewohnten Yacht unterwegs ist, dazu vielleicht noch mit einer ungeübten Crew oder Kindern, sucht normalerweise nicht die Herausforderung langer Schläge.

Schon 30 Seemeilen können zu einer Anstrengung werden, selbst eine gute Geschwindigkeit von sechs Knoten vorausgesetzt. Seekrankheit und Langeweile, gerade bei Kindern, stellen sich nach mehreren Stunden schon einmal ein. Bleibt es bei einem bis zwei solcher Schläge, ist das noch kein Problem. Sind dagegen jeden Tag richtige Strecken zu schaffen, kann das zu Unlust führen. Schließlich will nicht jeder bei jeder Witterung hinaus, vielmehr auch einmal verweilen, wo es besonders schön ist.

Doch muss die nördliche Ostsee deshalb nicht unentdeckt bleiben. Denn wenn die Anfahrt zu lang ist, warum dann nicht gleich im Herzen des Reviers chartern? Die Preise sind für vergleichbare Yachten mit denen in Deutschland ähnlich, Unterschiede marginal. Zudem hat sich der Ruf skandinavischer Charterunternehmen gebessert. Früher war das bevorzugte Modell die Eignercharter. Dabei wurden von Agenturen Eignerboote vermittelt, eine „Flotte“ besteht in diesem Fall aus nur einer Yacht — Alter und Zustand ungewiss. Außerdem sorgten einige Anbieter durch Pleiten für Schlagzeilen.

Daneben jedoch gibt es etliche seriöse Firmen, die sich schon lange am Markt behaupten. Wir sind von Ebeltoft aus auf Törn gegangen. Dazu gibt es eine Übersicht der Charterunternehmen und Stützpunkte in Skandinavien.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: CharternSkandinavien

Anzeige