Kroatien

Hvar wehrt sich erfolgreich gegen Flottillen-Auswüchse

Der Bürgermeister der Insel verhängt die zweite Saison drakonische Strafen gegen betrunkene, spärlich bekleidete, lärmende Party-Touristen – mit Erfolg

Andreas Fritsch am 30.07.2019
Hvar
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Der Ort Hvar auf der gleichnamigen Insel

Die Insel-Hauptstadt an der Adria kämpfte seit einigen Jahren mit den Auswüchsen des Party-Tourismus: Betrunkene in der Öffentlichkeit, die nur in Badehose oder in der weiblichen Variante im Bikini bekleidet herumlaufen, teils in den Grünanlagen ihren Rausch ausschlafen oder auf den öffentlichen Plätzen selbst mitgebrachte Speisen und Alkohol konsumieren. Berüchtigt sind in dieser Hinsicht Party-Flottillen wie die "Yacht-Week", deren Teilnehmer nicht selten durch starken Alkoholkonsum und Lärm bis spät in die Nacht auffallen. Die Marina Palmizana, gegenüber von Hvar, ist dafür berüchtigt; später trifft man die Partywütigen nicht selten in der Altstadt von Hvar.

Doch nun hat dessen Bürgermeister Rikard Novak gegengesteuert, wie der Kroatien-Newsletter "Skippertipps" mit Verweis auf kroatische Medien berichtet. Die Bewohner waren es leid, dass Betrunkene in ihren Parks schliefen, überall urinierten oder halbnackt durch die Innenstadt liefen. Seit zwei Jahren stellt die Kommune daher einige Entgleisungen der Touristen unter drakonische Strafen: Wer mit nacktem Oberkörper oder Badebekleidung durch die Stadt läuft, kann zu 500 Euro Strafe verdonnert werden, wer seinen Rausch ausschläft oder einfach auf städtischen Anlagen picknickt, zu 400 Euro. Große Schilder informieren im Ort über die Regeln, und Mitarbeiter der Stadt kontrollieren die Einhaltung und erteilen entsprechende Rügen oder sprechen notfalls Strafen aus. Mit ähnlich konsequenten Maßnahmen gehen auch Dubrovnik, Mallorca oder Metropolen wie Amsterdam gegen die Auswüchse des Party-Tourismus vor.

Und das nach Angaben der Stadtverwaltung von Hvar anscheinend mit Erfolg: Seit der Umsetzung der strikten Maßnahmen sei die Zahl der gemeldeten Verstöße um fast 80 Prozent zurückgegangen. Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. Vielleicht macht das Modell ja nun in anderen Kommunen Schule.

Andreas Fritsch am 30.07.2019

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