Segeln olympisch

"Wir arbeiten unsere Aufgaben ohne Schnickschnack ab"

Das German Sailing Team startet beim Spanien-Klassiker Trofeo Princesa Sofía mit sechs Teams in den Top Ten in die Hauptrunde, die 49er müssen nachsitzen

Tatjana Pokorny am 02.04.2019
German Sailing Team
German Sailing Team/Lars Wehrmann

Nach ihrem Blitzstart am Montag haben Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer beim Spanien-Klassiker Trofeo Pricesa Sofía Iberostar vor Palma de Mallorca auch am zweiten Tag starke Leistungen zeigen können. Die Mixed-Katamaran-Crew vom Kieler Yacht-Club liegt nach insgesamt sechs Rennen mit nur zwei Zählern Rückstand auf die italienischen Weltmeister Ruggero Tita und Caterina Banti auf Platz drei. Mit diesem Platz zog die Crew vom Kieler Yacht-Club in die Hauptrunde der 50. Jubiläumsregatta ein. Ihre Teamkameraden Johannes Polgar und Carolina Werner dagegen verpassten den Einzug in die Goldflotte als 32. und segeln ab Mittwoch in der Silberflotte.

German Sailing Team

Schnell und erfolgreich im Nacra 17 unterwegs: Steuermann Paul Kohlhoff und Vorschoterin Alica Stuhlemmer

"Wir sind heute nicht ganz so sauber gesegelt wie gestern", analysierte Paul Kohlhoff die Leistungen seines Teams trotz der guten Ränge 3, 4 und 10 kritisch. Was vor allem an den im Vergleich zum Vortag schwächeren Starts gelegen hat. Auf der Haben-Seite konnten Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer mit Kämpferherz glänzen. "Wir sind heute ein paarmal gut ins Rennen zurückgekommen. Es war also nicht alles schlecht", sagte Kohlhoff. Die Wettfahrten wurden bei acht bis zehn Knoten Wind in etwas leichteren Bedingungen ausgetragen als zum Auftakt.

50. Trofeo Princesa Sofía Iberostar 2019

Schöne Trofeo-Impression vom spanischen Fotokünstler Jesus Renedo

Gut in Fahrt sind in den spanischen Gewässern auch die deutschen 49erFX-Crews: Tina Lutz und Susann Beucke liegen nach sechs Rennen auf Platz vier nur zwei Punkte hinter den führenden Neuseeländerinnen Alexandra Maloney und Molly Meech. Zweite sind die Britinnen Charlotte Dobson und Saskia Tidey vor den brasilianischen Olympiasiegerinnen Martine Grael und Kahena Kunze. Auf Platz acht rückten in der Highperformance-Jolle der Frauen nach ihrem Frühstart vom Vortag die Berlinerinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz vor, die sich mit den Rängen 5, 5 und 8 deutlich verbesserten. Vorschoterin Susann Beucke sagte: "Ja, es läuft hier bislang gut für uns. Wir arbeiten unsere Aufgaben ohne Schnickschnack ab. Man weiß ja, dass es in Palma immer die linke Seite ist. Uns sind einige gute Starts aus der Mitte heraus gelungen, weil wir uns vom Pulk links freihalten wollten. Im letzten Rennen haben wir uns dann links rausgetraut und das vermutlich beste Rennen jemals gesegelt, die Ziellinie mit 200 Metern Vorsprung erreicht." Das bedeutete den ersten fulminanten Tagessieg für die FX-Seglerinnen.

German Sailing Team

Fliegende Spaßeinlage im Training von Max Stingele und Linov Scheel. In der 49er-Flotte liegt die junge Mannschaft vom Kieler Yacht-Club nach drei Wettfahrten auf Platz 76

Hempel World Cup Series Miami 2019

Erik Heil und Thomas Plößel

Weltcup-Regatta Miami 2019

Justus Schmidt und Max Boehme

Mit einem weiteren Tagessieg machten die jungen NRV-Segler Gwendal Lamay und Luke Willim im 49er-Feld auf sich aufmerksam, die sich nach drei Wettfahrten auf Platz 32 wiederfanden. Bestes deutsches Skiff-Team sind nach dem ersten Renntag der 108 49er-Crews die Kieler Justus Schmidt und Max Boehme als Siebte mit gerade einmal acht Punkten Rückstand auf die führenden Australier Kurt Hansen und Simon Hoffmann. Tim Fischer und Fabian Graf liegen vor dem zweiten Qualifikationstag der Highperformance-Segler, deren Wettfahrten zum Auftakt entfallen waren, auf Platz 23. Erst auf dem 49. Platz finden sich die Miami-Sieger und olympischen Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel wieder. Klar ist den Routiniers, was sie am Mittwoch, dem zweiten und schon letzten Qualifikationstag, zu tun haben: "Es ist Angriff angesagt!" Die Berliner, die für das NRV Olympic Team starten, müssen sich mit starken Leistungen auf Platz 25 vorarbeiten, wenn sie den strengen 49er-Cut überstehen und in der Goldflotte der Hauptrunde weitersegeln wollen. Auch für die ehemaligen 49er-Dominatoren Peter Burling und Blair Tuke lief es beim Spanien-Comeback nicht von Beginn an rund. Die neuseeländischen Olympiasieger, America's-Cup-Gewinner und Volvo-Ocean-Race-Teilnehmer starteten als 17. in ihre erste Wettfahrt durch, ließen Rang 23 folgen und erinnerten dann mit ihrem ersten Wettfahrtsieg an einstige Glanzzeiten. Auch die Kiwis müssen als 35. Druck machen, wenn sie die Goldflotte erreichen wollen.

German Sailing Team

Und Achtung! Vorschoter Max Boehme ist mit seinem Steuermann Justus Schmidt beim Spanien-Klassiker gut in Fahrt. Die Crew vom Kieler Yacht-Club liegt nach drei Rennen (13, 5, 3) auf Platz sieben

Im Finn behauptete sich Phillip Kasüske vom Verein Seglerhaus am Wannsee auf Platz zehn. Der Kieler Max Kohlhoff musste ein paar Federn lassen und startet als 21. in die Hauptrunde. Ebenfalls als Zehnte zogen die 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort in die Goldflotte ein. Als Elfte gelang das auch den Schwestern Luise und Helena Wanser vom Norddeutschen Regatta Verein. Im Laser Radial lag Svanja Weger vom Potsdamer Yacht-Club nach vier Wettfahrten auf Platz zwölf und hatte damit die Qualifikation für die Goldflotte in der Tasche. Im Laser hat sich der Weltranglisten-Dritte Philipp Buhl nach gutem Auftakt am Dienstag mit einem Frühstart um eine zwischenzeitliche Top-Ten-Platzierung gebracht. Der Steuermann vom Segelclub Alpsee-Immenstadt zieht als 17. dennoch ungefährdet in die Goldflotte ein. Der 29-jährige ärgerte sich kurz über den "unnötigen Frühstart", glich den aber mit Rang fünf in der folgenden Wettfahrt wieder aus. Und mit Buhl segelten auch seine Teamkameraden Nik Willim (25.) und Nico Naujock (51.) in die Goldflotte.

German Sailing Team

Das Bild stammt noch aus dem Training, passt aber gut zum Frühstart von Philipp Buhl am Dienstag. "Unnötig!", schimpfte der Allgäuer mit sich selbst. Im Bild ist er mit seinem Trainer Alex Schlonski zu sehen

Alle Ergebnisse im Überblick und die einzelnen Punktstände finden sich hier.

German Sailing Team

Svenja Weger im Laser Radial

Tatjana Pokorny am 02.04.2019

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online