Tatjana Pokorny
· 17.08.2021
Die weltbesten Segler messen sich am kommenden Wochenende auf rasanten F50-Katamaranen. Wer noch auf Sommertörn ist, der kann in Aarhus was erleben…
Dort, wo auch Deutschlands Segler gern Urlaub machen und zunehmend viele Sommertörns hinführen, findet am kommenden Wochenende eine Regatta der Superlative statt: Dänemarks Segelmetropole Aarhus ist Gastgeberin der vierten Regatta der SailGP-Serie. Der Rockwool Denmark Sail Grand Prix wird mindestens Zehntausende Fans ins moderne Stadtviertel Aarhus Ø locken. Im Osten der Stadt des Lächelns ist der Segelsport zu Hause. Vor futuristischer Kulisse architektonisch aufregender Gebäude und dem Aarhus Sailing Center werden sich America's-Cup-Gewinner und Olympiasieger mit ihren Crews miteinander messen. Gesegelt wird auf spektakulär schnellen Katamaranen der F50-OneDesign-Klasse.
Auf den Showdown in eigenen Gewässern bereitet sich das dänische SailGP-Team seit Wochen vor. Der Mixed-Mannschaft um Skipper Nicolai Sehested gehören auch Laser-Radial-Olympiasiegerin Anne-Marie Rindom und 49er-Steuerfrau Katja Salskov-Iversen an. Rindom hatte mit ihrem Triumph in Enoshima tagelang die Titelseiten der dänischen Tagespresse gefüllt und ist daheim ein Star. Im SailGP ist in jedem Team mindestens eine Seglerin im Einsatz – so die Vorschrift in dieser Saison, die den Seglerinnen neue Chancen eröffnet. Nicolai Sehested sagt: "Es stehen große Tage bevor. Nicht nur für unser Team und Rockwool, sondern auch für den gesamten dänischen Sport. Endlich können wir eine SailGP-Regatta in heimischen Gewässern bestreiten. Damit, dass eine Weltklasse-Segelliga wie der SailGP in dänische Gewässer kommt, wird für uns ein Traum wahr. Wir können es kaum erwarten, der Welt zu zeigen, wie episch das Regattasegeln hier ist."
Die letzte große Regattaserie, die Aarhus ins Rampenlicht auf die Weltbühne des Segelsports gerückt hatte, war die Weltmeisterschaft aller olympischen Disziplinen 2018. Damals kam auch IOC-Präsident Thomas Bach zu Besuch, um sich einen Überblick über den olympischen Segelsport zu verschaffen. Da war die neue Herzschlagkammer des dänischen Segelsports, die auch von vielen internationalen Teams und dem Nachwuchs gerne zu Trainingszwecken frequentiert wird, gerade fertiggestellt. Jetzt rückt das Aarhus Sailing Center am kommenden Wochenende wieder in den Mittelpunkt des internationalen Segelsports. Wer gerade auf Sommertörn in der Gegend ist, sollte sich das Spektakel in der auf so sympathische Weise segelaffinen und jung-dynamischen Stadt nicht entgehen lassen.
Wer nicht selbst vorbeischauen kann, der kann auf die Live-Übertragungen bei Servus TV zurückgreifen. Der österreichische Fernsehsender steigt am Freitag um 15 Uhr in die Berichterstattung vom Segel-Hit ein, der am 20. und 21. August vor Aarhus ausgetragen wird. Hier geht es zur Homepage der Veranstalter und den Ergebnissen (bitte anklicken!).
EIn deutsches Team ist in dieser zweiten SailGP-Saison noch nicht am Start. Doch die Organisatoren stehen längst in Kontakt mit führenden deutschen Seglern. "Der SailGP wünscht sich ein deutsches Team und wir auch", sagt der olympische Bronzemedaillengewinner Erik Heil. Der 49er-Steuermann, der in Enoshima mit seinem Vorschoter Thomas Plößel zum zweiten Mal in Folge aufs olympische Podium segelte, wird die SailGP-Regatta am Wochenende mit einer Gruppe interessierter deutscher Segler besuchen. Der 32-Jährige, der mit Thomas Plößel als erst fünfter deutscher Segler in der Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit mehr als eine Medaille gewinnen konnte, sagt: „Natürlich möchten wir, dass sich Segeldeutschland mit den Großen messen kann. Es ist die Chance, sich mit den Besten zu batteln. Der SailGP wird für Unternehmen immer interessanter. Dazu spielt die Nachhaltigkeit eine zunehmend große Rolle bei dieser Formel 1 des Segelsports. Wir verfügen in Deutschland über genügend gute Leute und starke Unternehmen, so ein Team zu formieren – seglerisch und auch finanziell. Da loten wir aktuell die Möglichkeiten aus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.