Weltseglerverband

Wahl-Unregelmäßigkeiten bei Abstimmung über Olympia-Klassen?

Das Online-Magazin "Sailing Illustrated" hat Vorwürfe gegen World Sailing beziehungsweise den Wahlprozess der Olympia-Klassen für 2024 erhoben – AKTUALISIERT

Tatjana Pokorny am 02.12.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Martin Keruzoré/VOR

Ist bei der Wahl der Segel-Disziplinen für die Olympischen Spiele 2024 alles mit rechten Dingen zugegangen? Die Elimination der Finn-Klasse, die Neu-Installierung von Kiten und Offshore-Segeln als Mixed-Wettbewerbe hatte infolge der heftig diskutierten Entscheidungen bei der Jahrestagung des Weltseglerverbandes World Sailing in Sarasota in Florida Anfang November die Wellen ohnehin hoch schlagen lassen. Insbesondere der Last-Minute-Antrag des World-Sailing-Präsidenten Kim Andersen zur olympischen Einführung des Offshore-Segelns hatte viele Segler und Mitgliedsverbände überrascht, ebenso Befürworter wie Kritiker auf den Plan gerufen.

Weltseglerverband im Kreuzfeuer der Kritik

Ein Screenshot des kritischen Reports zur Wahl der künftigen Olympia-Klassen bei der Jahrestagung des Weltseglerverbandes

Weil ein solcher Antrag beim World-Sailing-Meeting im Mai bereits einmal abgelehnt worden war, waren in Sarasota mindestens 75 Prozent der Stimmen der Mitgliedsverbände zur Wahl notwendig, die bei der Abstimmung dann auch knapp erreicht werden konnten. Jetzt stellt das Online-Magazin "Sailing Illustrated" den korrekten Verlauf der Wahl zumindest in Frage. YACHT online hat dazu ebenfalls eine Anfrage an den Weltseglerverband gestellt, deren Antwort noch offen ist. Wir werden unsere Berichterstattung aktualisieren, sobald es dazu Reaktionen von World Sailing gibt.

Segel-Weltmeisterschaft 2018

Neue Hoffnung für die olympisch abgewählte Finn-Klasse? Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass es bei der Wahl der Segel-Disziplinen für 2024 Unregelmäßigkeiten gegeben hat, könnten Neuwahlen erforderlich werden

Tom Ehman

America's-Cup- und Regel-Experte Tom Ehman verantwortet das Online-Magazin "Sailing Illustrated"

"Sailing Illustrated"-Herausgeber Tom Ehman berichtet in seiner heutigen Ausgabe unter der Überschrift "World Sailing: Vorwürfe zu Wahl-Unregelmäßigkeiten oder schlimmer bei der Jahrestagung in Sarasota" über mehrere angeblich falsch aufgezeichnete Stimmabgaben und schreibt, dass er zwei entsprechend geharnischte E-Mails der betreffenden Mitglieder an den Weltseglerverband gelesen habe, die sich beziehungsweise ihre Abstimmungsentscheidung falsch protokolliert sehen. Und es soll weitere solcher E-Mails geben. Offen sei laut Report, ob die Stimmabgaben beim elektronischen Wahlprozess nur falsch aufgezeichnet worden sind oder gar Schlimmeres geschehen sei. Aufgefallen seien die Unstimmigkeiten, weil der Weltseglerverband am vergangenen Freitag das Protokoll der Jahrestagung und ihrer Wahlergebnisse an seine Mitglieder verschickt habe. Hier sei erstmals namentlich in einer Liste vermerkt gewesen, welcher Verband und Beauftragte bei der Abstimmung über welche Anträge wie entschieden habe. Bei der Abstimmung selbst waren jeweils nur die Anzahl der Stimmen auf "Angenommen", "Abgelehnt" oder "Enthaltung" angezeigt worden.

AKTUALISIERUNG (Montag, 3. Dezember, 4.45 Uhr): Wie der Weltseglerverband World Sailing auf Anfrage von YACHT online mitteilte, wird es im Verlauf des heutigen Tages eine außerordentliche Telefonkonferenz des Präsidiums geben, bei der es um die von Council-Mitgliedern gemachten Angaben zur Wahl bei der Jahrestagung in Sarasota (Florida) gehen wird. Im Anschluss daran soll es ein Statement seitens World Sailing geben.

Tatjana Pokorny am 02.12.2018

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