Volvo Ocean Race

Zum Finale ein kleiner Schweden-Krimi

Vor Göteborg haben die sieben Teams das 12. Volvo Ocean Race mit einem letzten spannenden Inshore-Rennen beendet. Abu Dhabi siegt doppelt

Tatjana Pokorny am 28.06.2015
Team Brunel gewinnt Inshore-Rennen in Göteborg

Team Brunel beendet das 12. Volvo Ocean Race mit einem Rennsieg vor Göteborg und Platz zwei in der Gesamtwertung des Rennens und in der Inshore-Wertung

Ein Punkt fehlte Bouwe Bekkings Team Brunel am Ende des kriminal spannenden letzten Kurzrennens vor Göteborg, um Ian Walkers Team Abu Dhabi Ocean Racing in der Inshore-Wertung doch noch abzufangen. Die Holländer beendeten die 12. Auflage des Volvo Ocean Race mit einem Sieg. Weil aber Abu Dhabi nicht den letzten, sondern den vorletzten Platz im kleinen Schweden-Krimi erkämpfte, reichte es für Walkers Team nach dem Gesamtsieg im Rennen um die Welt auch zum knappen Sieg in der Inshore-Wertung.

Team SCA mit Kronprinzessin Victoria

Taufpatin und Glücksbringerin für das Team SCA: Schwedens Kronprinzessin Victoria war im letzten Rennen mit an Bord

Abu Dhabi sicherte sich nach dem großen auch den kleinen Pokal für die beste Leistung während der Kurzrennen mit insgesamt 31 Punkten vor Team Brunel (32 Punkte) und Team SCA (35 Punkte). Die Frauen segelten mit Rang zwei vor Göteborg aufs Podium und verabschiedeten sich nach einigen Tiefschlägen im Meeres-Marathon hocherhobenen Hauptes vom Volvo Ocean Race. Skipperin Sam Davies sagte: "Ich glaube, wir hätten uns kein besseres Ende für unser Projekt wünschen können. Insbesondere hier in Göteborg, das ja so ziemlich unser Zuhause ist. Wir haben hier viele Unterstützer und Fans, also wollten wir ein gutes Rennen segeln. Das war nicht einfach heute. Es gab einige Momente, in denen es sehr gut oder sehr schlecht hätte laufen können. Wir haben es jedes Mal geschafft, es gut ausgehen zu lassen. Jemand hat heute von da oben auf uns geschaut. Ich glaube, das war Magnus."

Gemeint war damit Magnus Olsson, der das Frauen-Team betreut hatte, bevor er im April 2013 überraschend verstarb. Davies sagte nach dem Happy End für die Frauen: "Wir hatten mit Kronprinzessin Victoria unsere Taufpatin hier. Sie bringt uns oft Glück, und so war es perfekt. Ich glaube, es ist der Beweis dafür, dass eine reine Frauencrew wettbewerbsfähig sein kann. Der Podiumsplatz ist gut für das Frauensegeln. Und er ist gut für die Zukunft des Volvo Ocean Race und hoffentlich für eine andere Frauen-Crew. Vielleicht gibt es ja nächstes Mal sogar zwei."

Den spannenden und bis zum letzten Rennen offenen Zweikampf um Platz vier entschied das spanische Team Mapfre im Duell mit dem amerikanischen Team Alvimedica für sich. Beide Mannschaften waren nach knapp 38.000 Seemeilen um die Welt punktgleich gewesen, bevor das schwedische Abschlussrennen als Tiebreaker über die Platzierung im Gesamtklassement entschied.

Team Mapfre mit König Juan Carlos von Spanien

Brachte Team Mapfre im letzten Rennen Glück: König Juan Carlos von Spanien

Den Preis für den besten Anbord-Reporter räumte ebenfalls das Team Abu Dhabi Ocean Racing ab. Matt Knighton wurde für seine herausragenden Leistungen in einem der härtesten Sportreporter-Jobs der Welt ausgezeichnet. Sieben Stunden Filmmaterial, 315 Fotos und mehr als 30.000 Worte gaben den Ausschlag für Knightons Sieg. Dafür wurde er beim Galadinner am Samstagabend in Göteborg von CEO Rupert Pearce mit dem Inmarsat-Onboard-Reporter-Preis ausgezeichnet.

VOR 2014/2015

Mit Bildern wie diesen gewann Matt Knighton den Wettbewerb der Anbord-Reporter

Volvo Ocean Race 2014/2015

Bester Anbord-Reporter im 12. Volvo Ocean Race: Matt Knighton vom Team Abu Dhabi Ocean Racing

Traurige Gewissheit gab es indessen in der vergangenen Woche infolge des Unfalls zwischen dem Trimaran "Spindrift 2" und einem Ordnungsboot der Veranstalter, der sich beim Start der letzten Etappe von Lorient über Den Haag nach Göteborg am 16. Juni ereignet hatte. YACHT online hatte darüber berichtet. Der Frau, die an Bord des Schlauchbootes von einem der Ruder der "Spindrift 2" getroffen und über Bord geschleudert worden war, musste ein Bein amputiert werden. Auch ihr anderes Bein ist schwer verletzt. Sie sei aber laut eines Berichts der französischen Nachrichtenagentur AFP außer Lebensgefahr.

Das Team Spindrift Racing hatte infolge des Unfalls seine Regatta-Aktivitäten vorerst eingestellt. Eine Mannschaft des Rennstalls wird jetzt wieder in der kommenden Woche an der Tour de France à la Voile teilnehmen. Skipper Yann Guichard jedoch verzichtet vorerst weiter auf Regatta-Einsätze. In einem persönlichen Statement schrieb Guichard: "Wir sind alle schockiert von dem Unfall. Meine Gedanken sind weiterhin zuallererst und am meisten beim Opfer und ihrer Familie. Ihnen gilt mein tief empfundenes Mitgefühl. Es ist viel über den Unfall gesagt und geschrieben worden. Die Untersuchung dazu läuft, und deswegen gibt es Grenzen für das, was ich sagen kann. Als Segler und als Skipper stand für mich die Sicherheit in den vergangenen 20 Jahren immer an oberster Stelle. Die Teilnahme von Spindrift Racing an der Tour de France à la Voile reflektiert unsere Verpflichtung gegenüber Mitgliedern und Angestellten unseres Teams, den Seglern und all jenen, die zu unserem Projekt in den vergangenen Jahren beigetragen haben."

Tatjana Pokorny am 28.06.2015

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