Volvo Ocean Race

"Wir haben eine Mission: Wir müssen sie schlagen!"

Vor dem Startschuss zur letzten Etappe am Donnerstag um 14 Uhr deutscher Zeit blasen Bouwe Bekking, Xabí Fernandez und Charles Caudrelier zur Attacke

Tatjana Pokorny am 20.06.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Jesus Renedo/Volvo Ocean Race

Drei Skipper, drei Rivalen, aber nur einer kann das 13. Volvo Ocean Race gewinnen: Xabí Fernandez, Bouwe Bekking, Charles Caudrelier

Drei Teams können das Volvo Ocean Race noch gewinnen, wenn am Donnerstag um 14 Uhr deutscher Zeit in Göteborg der Startschuss zur elften und letzten Etappe der 13. Edition der bekanntesten Mannschaftsregatta um die Welt fällt. Team Brunel und Mapfre sind mit 65 Zählern punktgleich. Charles Caudreliers Dongfeng Race Team darf zu seinen über 10 Etappen und 44.000 Seemeilen gesammelten 64 Punkten im Geiste ebenfalls den 65. addieren, der als Bonuspunkt für die schnellste gesegelte Gesamtzeit am Ende aufs Konto der französisch-chinesischen Crew überwiesen wird, wenn sie nur im Durchschnittstempo im Zielhafen Den Haag ankommt.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Noch lachen alle drei, in Den Haag wird nur noch einer jubeln: Mapfre-Skipper Fernandez, Brunel-Skipper Bekking und Dongfeng-Skipper Caudrelier bei der letzten Pressekonferenz vor dem großen Finale

Das aber ist nicht Dongfengs Ziel. Genau wie Brunel-Skipper Bouwe Bekking und Mapfre-Skipper Xabí Fernandez weiß auch Charles Caudrelier: Es kann nur eines der drei Teams das wichtigste Crew-Rennen um den Globus gewinnen. Wer Den Haag als Erster erreicht, der ist Volvo-Ocean-Race-Sieger 2017/2018. Das Szenario könnte also vor dem 700-Seemeilen-Schlussspurt nicht spannender sein. Nicht wenige Experten erwarten, dass die Entscheidung im Dreikampf womöglich sogar im Fotofinish fallen wird, und Fans in aller Welt halten den Atem an. 

Charles Caudrelier beschreibt die anstehende Aufgabe so: "Es ist unglaublich, die drei Boote punktgleich zu sehen. Ich denke, jedes dieser drei Teams verdient es, das Rennen zu gewinnen. Jetzt ist es an uns, härter zu pushen, um Den Haag vor ihnen zu erreichen. Wir wissen, dass es ein großer Kampf werden wird. Wir freuen uns darauf und sind bereit." Xabí Fernandez, dessen Mannschaft das Rennen vor allem zu Beginn am häufigsten angeführt hatte und Spanien gern den ersten Volvo-Ocean-Race-Sieg in der 45-jährigen Geschichte des Meeres-Marathons bescheren möchte, sagte: "Wir befinden uns in einer unglaublichen Situation: drei punktgleiche Boote eine Etappe vor Schluss. Ich bin sehr glücklich, dass wir unter diesen drei Booten sind. Wir werden kämpfen. Wir wissen, dass nur einer gewinnen kann, und haben eine Mission: Wir müssen sie schlagen."

Volvo Ocean Race 2017/2018

Auch bei dieser Pressekonferenz in Den Haag herrschte gute Laune und reichlich Andrang

Das hat auch Bouwe Bekking vor. Team Brunels Skipper und achtmaliger Rekordteilnehmer hat mit seiner Mannschaft das Feld von hinten aufgerollt. In Auckland noch Sechste, haben die "Gelben" ein fast unglaubliches Comeback hingelegt und von den letzten vier Etappen drei gewonnen. Für Bekking ist der erste Sieg im Rennen seines Lebens in Reichweite gerückt. "Wir haben einen Lauf", sagt er selbstbewusst, "wenn man sich das Klassement ansieht, dann sind wir auf jeder Etappe schneller geworden. Auf der letzten Etappe haben wir noch ein paar zusätzliche Gänge gefunden, was eine prima Sache ist. Ich denke, wir haben jetzt ein Team beisammen, mit dem wir wirklich glücklich sind. Und last but not least: Wir werden in meinem Heimatrevier segeln! Zwar lebe ich seit 25 Jahren in Dänemark, doch da drüben bin ich aufgewachsen. Wir haben alle Zutaten, um das Rennen zu gewinnen."

Volvo Ocean Race 2017/2018

Für Bouwe Bekking führt das Finale nach Hause: ein Pluspunkt für die Niederländer?

Wem die Fans im Zielhafen in Den Haag die Daumen drücken, das ist keine Frage: Es dürfte ein Meer von niederländischen und Brunel-Flaggen wehen. "Was wir in Den Haag erwarten dürfen, haben wir in diesem Rennen noch nie erlebt. Nicht einmal in früheren Whitbread-Zeiten", sagt auch Bekkings Landsmann, der holländische AkzoNobel-Skipper Simeon Tienpont. Der vierte Platz seines Teams ist zementiert, der Weg aufs Podium rechnerisch nicht mehr möglich. Doch die zweite Mannschaft unter holländischer Flagge will sich idealerweise mit einem Etappensieg aus dem Rennen verabschieden. "Es werden bis zu eine Million Leute in dieser Woche in Den Haag erwartet", so Tienpont, "das zeigt den Stellenwert dieses Rennens in der Sportwelt und insbesondere in den Niederlanden."

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Er kann mit AkzoNobel nicht mehr aufs Podest segeln, aber er will das Rennen am liebsten mit einem Etappensieg beenden: Skipper Simeon Tienpont

Der Etappenstart wird hier live übertragen. Der Tracker bleibt während der gesamten Etappe live. Auch die Ankunft der Boote am Wochenende wird live gezeigt. Es steht also ein großes Segelsportwochenende bevor, denn gleichzeitig kämpft die deutsche Segelnationalmannschaft in der Strander Bucht in den Medaillenrennen um Kieler-Woche-Siege.

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Tatjana Pokorny am 20.06.2018

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