Volvo Ocean Race

Versteckspiel auf See: Witt wieder da, AkzoNobel abgetaucht

Die Spitzenreiter schenken sich auf Etappe 6 im Kampf um den Auckland-Triumph nichts: Nach dem Auftauchen der "Scallywags" ist nun AkzoNobel unsichtbar

Tatjana Pokorny am 26.02.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Antonio Fontes/VOR

Für David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag könnte es eine strahlende Ankunft in Auckland werden. Am 20. Tag der sechsten Etappe lag die Mannschaft in Führung

Sie machen diese Etappe im Schlussspurt spannend: Simeon Tienponts holländisches Team AkzoNobel, David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic. Alle drei Mannschaften haben bei weniger als 300 Seemeilen bis ins Ziel gute Chancen, diese Etappe von Hongkong nach Auckland zu gewinnen. Nachdem in den vergangenen 24 Stunden zunächst Witts Team die Tarnkappe aufgesetzt und sich 24 Stunden in den unsichtbaren "Stealth-Mode" verabschiedet hatte, sind es nun die Holländer, die ihre Annäherung an Auckland verschleiern. Das Führungstrio trennte zuletzt nur wenige Seemeilen. Es deutet sich ein Final-Krimi an.

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Gute Aussichten hat aktuell mit dem Team AkzoNobel die 32-jährige Cécile Laguette. Die Ingenieurin hat ihren Master an der Universität von Auckland erworben und war im 34. America's Cup Mitglied der Landmannschaft im Emirates Team New Zealand 

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Die Lage am frühen Montagmorgen: Unten kämpfen die drei führenden Boote rund um das deutlich sichtbare grau animierte Boot (David Witts "Scallywag") um den Etappensieg. Es sind Sun Hung Kai / Scallywag, das ganz in der Nähe im unsichtbaren "Stealth-Modus" segelnde Team AkzoNobel und Dee Caffaris Turn the Tide on Plastic. Die drei Verfolger – Mapfre, Dongfeng und Brunel – haben kaum mehr Chancen, die schnellen drei im Schlussspurt noch einzuholen

Schlechte Nachrichten dagegen brachte diese Nacht zum 20. Tag auf See für das Verfolgertrio mit Mapfre, Dongfeng und Brunel. Während sich die im Gesamtklassement führenden Teams Mapfre und Dongfeng inzwischen in ein ähnliches Windfenster wie das der Spitzenreiter vorgearbeitet haben, trennen sie immer noch fast 130 Seemeilen von den führenden Booten. Schlimmer noch hat es Bouwe Bekkings Team erwischt, das auf Kurs Süd seine östliche Position auf der Höhe Neukaledoniens und die Entscheidung für die direkte Annäherung an die "City of Sails" inzwischen bitter bereuen dürfte. Für Brunel wird der Weg nach Auckland nach aktuellen Windprognosen ein weiter sein. Aus der Top-Zwei-Position von vor zwei Tagen ist ein nahezu hoffnungsloser Rückstand von mehr als 160 Seemeilen erwachsen. Bekking notierte am frühen Montagmorgen: "Ich muss zugeben, dass es sehr schmerzhaft ist, jede dieser Positionsmeldungen zu erhalten. Verlust folgt auf Verlust. Es ist nicht lustig, auf der Nehmer-Seite zu stehen."

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Schwerer Gang: Bouwe Bekkings "Golden Boy" Peter Burling hatte sich die Ankunft in seiner Heimat Neuseeland sicher ganz anders vorgestellt. Aktuell droht Team Brunel der letzte Platz auf dieser sechsten Etappe. Es gibt kaum noch Hoffnung auf Besserung, obwohl das Team vor zwei Tagen noch auf Platz zwei gelegen hatte

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Sein Gesicht spricht Bände: Team Brunels Steuermann und Trimmer Kyle Langford, einst gefeierter America's-Cup-Sieger mit Jimmy Spithill, weiß wie die anderen in der Mannschaft, dass Brunel kaum mehr Chancen hat, noch Plätze gut zu machen. Der Anspruch aller an Bord ist ein anderer

In Auckland werden die Boote ab Dienstag erwartet. Die alte und neue Gastgeberstadt des America's Cup hat sich fein gemacht und ist bereit für den längsten Zwischenstopp der 13. Auflage des Rennens um die Welt.

Hier geht es zum Tracker und den Zwischenständen

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Sie spielen mit im Kampf um den Etappensieg: David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag

Tatjana Pokorny am 26.02.2018

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