Volvo Ocean Race

Team Alvimedica gewinnt Bretagne-Krimi

Das US-Team Alvimedica hat das In-Port-Rennen von Lorient gewonnen. SCA-Frauen verursachen Kollision und ein Loch im Mapfre-Rumpf

Tatjana Pokorny am 14.06.2015
Inport-Rennen Lorient

Team Brunel startete stark, gab aber am Ende des In-Port-Rennens zu viele Punkte ab

Das In-Port-Rennen vor Lorient blieb bis zum Schluss hochspannend. Und das lag nicht an den Siegern. Das amerikanische Team Alvimedica hatte die Führung der Flotte nach dem Start schnell übernommen und teilweise bis auf fast einen halben Kilometer ausgebaut. Ruhig, kontrolliert und fehlerfrei segelte die Mannschaft um Charly Enright und ihren jungen italienischen Steuermann Alberto Bolzan das Boot über den Kurs. Für Team Alvimedica war es bereits der zweite In-Port-Sieg. Die Mannschaft rückte in der In-Port-Wertung mit insgesamt 32 Punkten auf Platz drei hinter Abu Dhabi Ocean Racing (25 Punkte) und Team Brunel (31 Punkte) vor.

Inport-Rennen Lorient

Die Kollision an der ersten Wendemarke zwischen dem Frauen-Team SAC und Team Mapfre verursachte ein Loch im Rumpf des spanischen Bootes. Skipper Martinez aber gab Entwarnung: "Das ist bis morgen repariert."

Hinter den amerikanischen Spitzenreitern jedoch wechselten die Positionen in diesem Rennen vor der bretonischen Küste ständig. Das Rennen, das aufgrund flauer Winde erst mit 30-minütiger Verspätung hatte starten können, stellte die Crews mit unberechenbaren Winddrehern vor große Herausforderungen. Immer wieder kam es zu engen Tonnenrundungen. Dabei kassierten sowohl Team Vestas Wind in der Auseinandersetzung mit Abu Dhabi und Team Brunel als auch Team SCA im Infight mit Mapfre Strafen der Schiedsrichter auf dem Wasser.

Inport-Rennen Lorient

Ebenfalls einen Penalty kassierte das dänische Team Vestas Wind, weil es Team Brunel an der Wendemarke nicht genügend Raum gelassen hatte

In der zweiten Hälfte des Rennens sah es eine Weile so aus, als könnten sich Abu Dhabi und Team Brunel die Plätze zwei und drei sichern. Doch als sich die beiden Rivalen wie aneinander klebend auf dem letzten Kursabschnitt für die rechte Seite entschieden und Mapfre sowie Dongfeng ungedeckt nach links entwischen ließen, stellte ein weiterer heftiger Winddreher die Ergebnisse noch einmal auf den Kopf. Hinter Team Alvimedica erreichte das auf dem letzten Kursabschnitt mit dem Winddreher stark aufgekommene spanische Team Mapfre als zweite Mannschaft die Ziellinie. Mapfres Skipper und 49er-Olympiasieger Iker Martinez sagte: "Wir mussten heute sehr kämpfen. Der Start war schwierig. Dann gab es noch eine Kollision mit den Frauen. Doch wir werden das kleine Loch im Rumpf bis morgen repariert haben. Auf dem letzten Abschnitt lief es super. Kurz vor dem Ende haben wir noch Abu Dhabi abfangen können." 

Auch Charles Caudreliers Donfeng Race Team drängte sich noch vor Abu Dhabi ins Ziel. Ian Walkers Männer mussten schließlich mit Platz vier zufrieden sein. Schlimmer noch erwischte es das zwischenzeitlich zweitplatzierte Team Brunel von Bouwe Bekking, dem plötzlich aus der Mitte auch noch das Frauen-Team SCA zuvorkam. In einer Meter-Entscheidung holten sich die Frauen nach großem Rückstand doch noch Platz fünf vor Team Brunel. Dem dänischen Team Vestas Wind blieb im engen Dreikampf der Schlusslichter nur der letzte Platz.

Inport-Rennen Lorient

Auf und davon: Team Alvimedica dominierte das In-Port-Rennen vor Lorient souverän

Damit kommt dem letzten In-Port-Rennen am 27. Juni in Göteborg möglicherweise große Bedeutung zu. Denn zuvor absolvieren die sieben Teams im Volvo Ocean Race die neunte und letzte Etappe dieser zwölften Auflage von Lorient über den Pitstop-Hafen Den Haag und weiter nach Göteborg. Der Startschuss dazu fällt am Dienstag. Sollte es im Kampf um die Podiumsplätze zwei und drei nach insgesamt fast 38.000 Seemeilen zu einem Punktgleichstand kommen, werden die Positionen der Teams in der In-Port-Wertung als Tiebreaker herangezogen. Mit sechs Punkten Vorsprung in dieser Wertung hat Abu Dhabi vor dem Finale nicht nur den Gesamtsieg im Volvo Ocean Race bereits eine Etappe vor Schluss sicher, sondern segelt auch in der In-Port-Wertung auf Siegkurs.

Inport-Rennen Lorient

Im Sekundentakt gingen Team SCA (5.), Team Brunel (6.) und Team Vestas Wind (7.) über die Ziellinie

Tatjana Pokorny am 14.06.2015

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