Volvo Ocean Race

Segelriss wirft Brunel zurück, AkzoNobel baut Führung aus

In seinem jüngsten Blog von Bord erklärt Brunel-Skipper Bouwe Bekking die Verluste seines Teams: Zwei Risse in der J2 haben viele Meilen gekostet

Tatjana Pokorny am 22.03.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
VOR

Am fünften Tag der siebten Etappe hat Simeon Tienponts Team AkzoNobel die Führung übernommen

Das Missgeschick war bereits am Dienstag geschehen, die Folgen danach für jedermann sichtbar: Risse in der J2 haben Bouwe Bekkings Team Brunel die Position in der Spitzengruppe gekostet. Seine Mannschaft war nach dem Materialbruch Stück für Stück zurückgefallen. Erst am Mittwoch konnte das reparierte Segel wieder gesetzt werden. Seitdem ringt die Mannschaft auf dem gelben Boot auf Platz fünf um Wiederanschluss an die vorderen Boote. 

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Ein Bild auf das "U-Boot" von Mapfre. Im Hintergrund ist die Konkurrenz zu sehen – so dicht liegen die Boote am fünften Tag von Etappe 7 im Southern Ocean zusammen

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Der Rückstand auf Spitzenreiter AkzoNobel war für Bouwe Bekkings Team Brunel am Donnerstagmorgen auf fast 17 Seemeilen angewachsen. Bei noch immer gut 5000 Seemeilen bis in den braislianischen Etappenhafen Itajaì ist das zwar kein Grund zu großer Sorge, aber mit Blick auf das gerissene Segel doch ein Ärgernis

Die Führung hatte am Donnerstagmorgen Simeon Tienponts Team AkzoNobel übernommen und über Nacht ausgebaut. Als schnellstes Boot in den vorangegangenen 24 Stunden hat sich die Mannschaft etwa auf Höhe des 53. Breitengrades einen Vorsprung von knapp 9 Seemeilen auf das in der Gesamtwertung führende spanische Team Mapfre erarbeitet. Knapp 10 Seemeilen hinter den Holländern und nur eine hinter Mapfre machte Charles Caudreliers Dongfeng Race Team Druck. Im Verdrängungsrennen auf Ost-Kurs Kap Hoorn haben inzwischen Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic und David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag ein wenig den Anschluss an die dominierenden Boote verloren. Caffaris Rückstan ist auf knapp 40 Seemeilen angewachsen, Witts "Scallywags" liegen 55 Seemeilen hinter AkzoNobel.

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Schwere Aufgabe für die "Scallywags" David Witt und Libby Greenhalgh. Der Skipper und seine Navigatorin müssen überlegen, wie sie im Verdrängungsrennen auf Kurs Kap Hoorn 55 Seemeilen Rückstand gutmachen können. Aktuell liegen sie in der Flotte der sieben VO65-Yachten nur auf dem letzten Rang

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Libby Greenhalghs Bruder Rob – hier am Steuer für Mapfre – liegt mit seinem Team besser im Rennen: Die Spanier führen im Gesamtklassement und haben sich an Tag fünf der siebten Etappe auf Rang zwei vorgearbeitet

Brunels Missgeschick beschrieb Bouwe Bekking so: "Gestern hatten wir zwei Risse im Achterliek unserer J2. Das war teuer, weil wir nicht mehr in der Dreier-Vorsegel-Kombination segeln konnten. Wir mussten das Segel unter Deck holen, es ausrollen und zur Reparatur ausbreiten. Zur Entfernung des Salzwassers und zum schnellstmöglichen Trocknen haben wir Aceton benutzt. Wir haben einen speziellen Kleber für Segelreparaturen, entschieden uns aber für die gute alte Sikaflex-Methode, weil der 'Heilungsprozess' dann in diesen Temperaturen schneller voranschreitet (weil Sikaflex in sehr feuchten Bedingungen schneller aushärtet, d. Red.). Für Abby, Carlo und Kyle bedeutete das Arbeit in drei Schichten. Wobei Letzterem die glückliche Aufgabe zukam, die neuen Verstärkungen mit der Hand aufzunähen. Das ist wirklich nicht einfach bei einer Bootsgeschwindigkeit von 21 Knoten, wenn das Boot über die Wellen bockt und sie sich dabei im Vorschiff befinden. Aber sie haben einen super Job gemacht. Am frühen Morgen konnten wir das Segeln dann wieder setzen."

Hier geht es zum Tracker, der alle 7 Stunden aktualisiert wird.

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Das jüngste Symbolbild für die Kälte, mit der die Teams auf Höhe des 53. Breitengrades zu kämpfen haben. Hier der Bilick ins Heck von Mapfre – und auf die Verfolger im Heckwasser der Spanier

Tatjana Pokorny am 22.03.2018

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