Volvo Ocean Race

Schrecklicher Unfall überschattet die Final-Feierlichkeiten

In Den Haag hat sich ein trauriges Unglück ereignet: Ein Mensch kam ums Leben. Weitere wurden teilweise schwer verletzt, ein Skipper wurde verhaftet

Tatjana Pokorny am 29.06.2018
Volvo Ocean Race Finish Etappe 7
VOR/Sanchez

Ein Teil der Zuschauerflotte im Zielhafen des Volvo Ocean Race. Zwischen zwei Booten unter Hunderten kam es am Donnerstagabend im Revier vor dem Hafen von Scheveningen zur fatalen Kollision

Im Hafen von Scheveningen hat sich am Donnerstagabend ein tödlicher Unfall ereignet, bei dem eine Stahlmotoryacht und ein Rib kollidiert sind. An Bord der Motoryacht befanden sich drei Leute, auf dem Rib insgesamt acht: der Fahrer und sieben Gäste. Bei dem schrecklichen Unglück kam ein Mensch ums Leben. Mehrere wurden verletzt, einer davon schwer. Insgesamt mussten sieben Personen infolge der Kollision behandelt werden. Einer der beteiligten Skipper wurde laut holländischer Tageszeitung "De Telegraaf" verhaftet – laut Polizeisprecher das übliche Verfahren in einem Unfall mit Todesfolge. Der andere Skipper ist im Krankenhaus und soll zu einem späteren Zeitpunkt angehört werden. Ein erster Alkoholtest soll ergeben haben, dass der festgenommene Skipper nicht unter Alkoholeinfluss stand.

Den Haags Bürgermeisterin Pauline Krikke sagte, dass sie von ganzem Herzen wünsche, dass sich die Verletzten schnell erholen. Außerdem bot sie allen Betroffenen, Familienangehörigen, Freunden und Besuchern in Den Haag den Beistand von Opferhelfern an. Polizei und Hafenbehörde hätten die Untersuchung in dem Fall aufgenommen. "Wir warten deren Ergebnisse ab. Ich will und kann auf Fragen derzeit nicht reagieren."

Volvo Ocean Race 2017/2018

So berichtete die führende niederländische Tageszeitung "De Telegraaf" vom Unfall

Die Bürgermeisterin sagte weiter: "Der Stopover des Volvo Ocean Race war ein wundervolles Event, den Den Haag und Scheveningen sehr genossen haben. Doch dieser Unfall wirft nun einen dunklen Schatten darauf. Im Moment möchte ich den involvierten Rettungskräften und allen anderen für ihre Arbeit danken. Wenn wir mehr wissen, werden wir die Informationen teilen."

Auch das Volvo-Ocean-Race-Management reagierte auf das Unglück. In einem Statement hieß es: "Wir sind über die Nachricht eines schweren Unfalls zwischen zwei Booten am Donnerstagabend in den Gewässern vor dem Hafen von Scheveningen nahe des Race Village traurig und betroffen. Es war kein Team des Volvo Ocean Race und keine Mitglieder unseres Teams involviert. Die Bürgermeisterin von Den Haag hat bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend bestätigt, dass ein Mensch zu Tode gekommen ist. Drei wurden ins Krankenhaus gebracht. Davon befindet sich einer in kritischem Zustand. Wir möchten den Familien und Freunden aller an diesem Unfall Beteiligten unser Beileid aussprechen. Wir sind mit den örtlichen Rettungskräften in Kontakt und werden die Behörden bestmöglich unterstützen. Aufgrund des Unfalls hat die Stadt entschieden, das Race Village am Donnerstag eher zu schließen und angemessene Veränderungen für das Programm am Freitag vorzunehmen.

Für das Volvo Ocean Race ist dies bereits der dritte Todesfall, der sich bei der 13. Auflage im Rennen oder dessen Umfeld ereignet hat. Auf der Etappe nach Hongkong hatte bei der Kollision zwischen dem Boot des dänisch-amerikanischen Teams Vestas 11th Hour Racing und einem Fischerboot ein chinesischer Fischer sein Leben verloren. Auf der Kap-Hoorn-Etappe von Auckland nach Itajaí war im Team Sun Hung Kai / Scallywag John Fischer in einem Sturm über Bord gegangen und konnte von seiner Crew trotz verzweifelter Suche nicht wiedergefunden werden.

Tatjana Pokorny am 29.06.2018

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