Volvo Ocean Race

Schlaflos bis nach Auckland

Dongfeng und Abu Dhabi ringen um die Führung. Was geht noch für die Verfolger? Ian Walker und Charles Caudrelier machen Geburtstagsscherze

Tatjana Pokorny am 26.02.2015
Volvo Ocean Race 2014/2015

Inzwischen läuft der 19. Tag auf See, doch das Szenario bleibt: Dongfeng führt knapp vor Abu Dhabi Ocean Racing

Die letzten 500 Seemeilen laufen! Das Spitzenduell um den Etappensieg auf dem Kurs von Sanya nach Auckland geht in die finale Phase. Das führende Dongfeng Race Team und Abu Dhabi Ocean Racing ringen miteinander um die Sieg. Nur 3,8 Seemeilen trennten die beiden Top-Boote am Donnerstagmorgen. Dahinter lauerte mit 10 Seemeilen Rückstand das spanische Team Mapfre in der Hoffnung auf den ersten Podiumsplatz. Die Verfolger Team Alvimedica, Team Brunel und Team SCA konnten ihren Rückstand mit zwei bis drei Knoten schnellerer Bootsgeschwindigkeit über Nacht erneut drastisch reduzieren, doch wird die Zeit nun immer knapper für einen ernsthaften Angriff nach vorn. Trotz furioser und schlafloser Aufholjagd fehlen dem in der Gesamtwertung auf Platz drei liegenden Team Brunel noch immer 36,8 Seemeilen bis nach ganz vorn.

Volvo Ocean Race 2014/2015

Team Brunels Navigator Andrew Cape (r.) mag immer noch darüber grübeln, wie aus seinem takischen Geniestreich zum Etappenauftakt ein solcher Rückstand werden konnte

VOR 2014/2015

Auftakt zum 19. Tag auf See: Positionsreport vom Morgen des 26. Februar. Noch immer wird fast die Hälfte der Flotte am Freitag in Auckland erwartet. Die Ankunft der Sieger könnte sich aber bei leichten Winden auf Samstag verschieben

Die Rivalen an der Spitze bereiten sich auf den Showdown im Hauraki-Golf vor Auckland vor. Abu Dhabi Ocean Racings Anbord-Reporter notierte: "Das hier ist kein Matchrace. Es geht nicht um Taktik. Es ist ein pures Verdrängungsrennen. Man muss einfach so schnell wie möglich auf geradem Kurs segeln und Farr zeigen, wie sehr man diese Boote beschleunigen kann." Bereits am Mittwoch hatte Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier den Kampf um den Etappensieg beschrieben: "Vor uns liegen noch zwei Hürden, die uns vom Traumsieg in Auckland trennen: das Durchqueren einer alten Wetterfront und ein möglicherweise sehr flaues Finale. Es könnte zu einem totalen Neustart vor Auckland kommen. Natürlich ist es immer gut, in Führung zu liegen, und ich bin viel lieber da, wo wir jetzt sind, als da, wo Mapfre ist. Aber Mapfre hat nichts zu verlieren. Sie sind taktisch sehr aggressiv. Gleichzeitig wird uns Abu Dhabi von nun an folgen und auf die Chance zum Angriff warten." Caudrelier erinnerte auch noch einmal an den Etappenverlauf: "Wir hatten wirklich harte Momente auf dieser Etappe, Phasen der totalen Erschöpfung und Augenblicke der Frustration und der Wut. Aber dann gibt es da immer jemanden im Team, der die bereit ist, die anderen wieder neu zu motivieren. Ich schätze mich glücklich, von einem so magischen Team wie meinem umgeben zu sein."

Volvo Ocean Race 2014/2015

Immer schön lässig bleiben: Das Dongfeng Race Team liegt am Morgen des 19. Tages auf See in Führung

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Das Dongfeng Race Team beim Fotoshooting der ungewöhnlichen Art

Caudrelier und Walker feiern Geburtstag

Volvo Ocean Race 2014-15

Schickte heitere Glückwünsche an Caudrelier: Abu Dhabis Skipper Ian Walker

VOR 2014/2015

Wird den Tag nicht frei nehmen: Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier

Kommt es also zum Ziel-Thriller zwischen Dongfeng und Abu Dhabi? Beide Skipper dürften sich den Sieg zu ihren Geburtstagen mehr als alles andere gewünscht haben. Ian Walker feierte am Mittwoch seinen 45. Ehrentag, Charles Caudrelier wird heute 41 Jahre alt. Caudrelier hat Walker am Mittwoch eine Geburtstags-E-Mail geschickt, nachdem er ihn per Funk nicht erreichen konnte. Sie begann mit den Worten: "Lieber Ian, wir sind beinahe Zwillinge. Abgesehen von ein paar Jahren..." Binnen fünf Minuten schrieb Walker zurück: "Lieber Charles, es tut mir leid! Wir haben unser Funkgerät schon vor Wochen ausgestöpselt und in ein Fach gestopft..." Die Witze, mit denen sich die beiden Skipper gegenseitig beglückten, erschienen den Berichterstattern nicht jugendfrei. Doch Dongfengs Anbord-Reporter Sam Greenfield schrieb: "Wir starren nun schon seit drei Wochen auf Abu Dhabi. Und es ist schön, daran erinnert zu werden, dass dort auf der anderen Seite Freunde sind." Als Charles Caudrelier etwas später wieder am Navi-Tisch Platz nahm, fand er eine zweite Mail von Walker: "Hallo noch einmal! Ich habe vergessen, dir für morgen zum Geburtstag zu gratulieren. Vielleicht solltest du dir den Tag freinehmen? Grüße, Ian" Charles Caudrelier wird in den kommenden zwei Tagen sicher vieles tun, nur das nicht. YACHT online gratuliert dem Shooting Star der 12. Auflage des Volvo Ocean Race zum heutigen Geburtstag! Und Ian Walker nachträglich.

Tatjana Pokorny am 26.02.2015

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