Volvo Ocean Race

Schade, schon sind sie wieder weg

Was für ein Start! Zwischen Flaute und bis zu 40 Knoten Wind kämpften sich die sieben Teams spektakulär aus der Table Bay. Die Wiederholung

Lars Bolle am 20.11.2014
Volvo Ocean Race

Starkwind kurz nach dem Start. Der Tafelberg hüllt sich in Wolken

Hochseeregatten können auch für Zuschauer äußerst interessant sein. Zumindest, was den Start betrifft. Schwierige Bedingungen, eine medienfreundliche Kurswahl und eine vorbildliche Übertragung bescherten Segelbegeisterten gestern am späten Nachmittag gut anderthalb Stunden spannende Unterhaltung. Oder eher pure Segel-Action.

Die TV-Aufzeichnung jedenfalls ist ein Muss für alle Segelbegeisterten.

Die Wiederholung des Starts zur zweiten Etappe

Bevor es für die sieben Teams zur zweiten Etappe hinaus auf den Indischen Ozean ging, musste ein Kurs in der Table Bay direkt unterhalb des Tafelberges absolviert werden, bestehend aus Raumschots- und Halbwindgängen. Während an der Startlinie im Windschatten des Berges fast Flaute herrschte, pfiff der Wind um dessen Westflanke mit fast 40 Knoten über die linke Seite des Kurses. Bei solchen Bedingungen ist guter Rat teuer: Welche Segelkonfiguration ist die im Durchschnitt beste?

Diese kurze, actionreiche Phase zum Start der zweiten Etappe ließ dann auch erahnen, wie die einzelnen Teams das gesamte Race strategisch angehen. So hatten alle Teams das Großsegel einmal gerefft, bis auf Abu Dhabi, das mit zwei Reffs antrat. Als Gesamtführender wollte man wohl nicht so früh im Race einen Schaden am so wichtigen Großsegel riskieren.

Fotostrecke: Start zur zweiten Etappe

Im Rennverlauf zeigte sich dann zusätzlich, dass diese Konfiguration wohl die beste war. Zwar verpasste Skipper Ian Walker den Start komplett, weil er in einem Flautenloch hängenblieb, er hatte schnell mehrere hundert Meter Rückstand. Doch er holte danach im stärkeren Wind rasend schnell auf, während die Konkurrenz vor allem damit beschäftigt war, Druck aus den Segeln loszuwerden.

Bei der Halse, die zurück nach Kapstadt führen würde, zeigten die Teams dann das ganze Spektrum, wie ein solches Manöver gesegelt werden kann. Mapfre, in Führung liegend, wollte diese wohl unbedingt verteidigen und nach dem letzten Platz auf der ersten Etappe und im In-Port Race zeigen, dass man zu mehr fähig ist. Skipper Iker Martinez riss das Boot in einem engen Bogen um die Marke, wohl in Erinnerung seiner Zeit als Olympionike im 49er. Das Großsegel krachte ins Leebackstag – leicht hätten dabei die durchgehenden Latten brechen können. Doch das Material hielt.

Den kompletten Gegensatz zeigte das chinesische Team Dongfeng mit der – eigentlich als "Feiglingsmanöver" verpönten – Q-Wende statt einer Halse. Skipper Charles Caudrelier hat mit Liu Xue wieder einen neuen chinesischen "Azubi" an Bord. Vielleicht hat er deshalb das Risiko einer Powerhalse gescheut.

Nach Rückkehr in den Windschatten des Tafelberges schob sich dann das Feld wieder komplett zusammen, was die Mühen und Risiken auf der anderen Seite des Kurses fast lächerlich erscheinen ließ, lösten sich doch alle Vorsprünge oder Rückstände in nichts auf.

Volvo Ocean Race

Positionen und Abstände heute früh

Bei Positionsreport heute Morgen lagen alle sieben Teams noch sehr dicht beieinander und segelten einen südöstlichen Kurs, raus aus dem Landeinfluss des Kaps der Guten Hoffnung. Für die nächsten Stunden wird das Hauptaugenmerk dem kräftigen Agulhas-Strom gelten, der das Feld durcheinanderwürfeln könnte.

Die aktuellen Abstände und Daten finden Sie hier...
 

Lars Bolle am 20.11.2014

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