Volvo Ocean Race

Reparatur unausweichlich: Mapfre stoppt vor Kap Hoorn

Erst der Schreck über die Tracker-Position, dann die Auflösung: Das Team Mapfre hat Etappe 7 vor Kap Hoorn für Reparaturen unterbrochen und erhält Hilfe

Tatjana Pokorny am 30.03.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
VOR/Ugo Fonolla

Etappe 7, Kap Hoorn, Mapfre: Antonio Cuervas-Mons arbeitet an der Mast-Reparatur

Team Brunel und vier weitere Boote haben Kap Hoorn am Donnerstagnachmittag passiert, während das nach ihrem tödlich verunglückten Crew-Mitglied John Fisher schwer angeschlagene Team Sun Hung Kai / Scallywag sich immer noch in Richtung chilenischer Westküste kämpft. Dann kam die nächste beunruhigende Nachricht: Das animierte Boot des spanischenTeams Mapfre zeigte auf dem Tracker des Volvo Ocean Race plötzlich kurz vor der Kap-Hoorn-Passage in die falsche Richtung. Eine Meldung der Veranstalter klärte schnell auf: Die im Zwischenklassement des Rennens führenden Spanier haben die Etappe offiziell unterbrochen, müssen ihre vor fünf Tagen beschädigte Mastschiene reparieren. Dazu sind drei Mitglieder von Mapfres Shore-Team unterwegs um zu helfen.

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Zwangsstopp vor Kap Hoorn: Die Mapfre-Crew muss ihre Mastschiene reparieren

Das spanische Team hatte seinen Schaden in den brutalen Sturmbedingungen der vergangenen harten Tage im Southern Ocean immer wieder mit verschiedenen Notrigg-Lösungen kontrollieren können, doch vor Kap Hoorn schien das nicht mehr auszureichen. Um 18.32 Uhr UTC (20.32 Uhr deutscher Zeit) entschloss sich Skipper Xabí Fernandez etwa sechs Seemeilen westlich von Kap Hoorn zur Unterbrechung der Etappe, um eine sichere und für die ausstehenden 2000 Seemeilen nach Itajaí ausreichende Reparatur durchführen zu können.

Die Regeln des Rennens besagen für diesen Fall, dass ein Team während einer Rennunterbrechung seinen Motor nutzen sowie Hilfe und Ersatzteile von außen annehmen darf. Die Strafe für eine solche Rennunterbrechung beträgt minimal 12 Stunden. Das Boot muss nach Ende der Unterbrechung von der Stelle aus weitersegeln, wo es die Etappe unterbrochen hat. Mit Blick auf den wachsenden Vorsprung der führenden fünf Boote könnte die Entscheidung einem schweren Rückschlag für die Spitzenreiter der Gesamtwertung bedeuten. Behalten allerdings die aktuellen Wetterprognosen Recht, dann könnte die Führungsgruppe schon bald von einem Hochdruckgebiet verlangsamt werden – eine Chance für die zurückgefallenen Verfolger.

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Team Brunels Skipper Bouwe Bekking erwartet nach dem "mentalen Meilenstein" Kap Hoorn einen möglichen "kompletten Neustart kurz hinter den Falkland Inseln." Während die Kap-Hoorn-Rundungen in gedämpfter Stimmung der Teams stattfanden, gedachten viele Segler ihres verlorenen Segelfreundes John Fisher. Bekking sagte: "Auch, wenn wir eine kleine Feier bei der Rundung hatten, so haben wir auch an John Fisher gedacht, den wir nicht vergessen können." Ganz ähnliche Gedanken gingen Charles Caudrelier durch den Kopf, dessen Dongfeng Race Team Team Kap Hoorn als dritte Mannschaft hinter Brunel und dem dänisch-amerikanischen Team Vestas 11th Hour Racing passierte. "Natürlich ist so eine Kap-Hoorn-Passage wirklich schön und normalerweise sind alle glücklich. Aber dieses Mal können wir nicht vergessen, was John Fisher auf 'Scallywag' geschehen ist. Wir können nicht so glücklich sein wie bei einer normalen Passage. In den Bergen wissen die Menschen auf den hohen Gipfeln um die Risiken. Doch auf See kommt das viel seltener vor. Also sind wir viel mehr schockiert. Es ist eine Erleichterung, dass wir Kap Hoorn passiert haben. Aber natürlich denken wir sehr viel an David (Witt, d. Red.) und sein Team und an die Familie von John Fisher."

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Tatjana Pokorny am 30.03.2018

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