Volvo Ocean Race

Neue Wertung, mehr Teams, mehr Media

Das kommende Race wird nach einem neuen Wertungssystem entschieden. Außerdem gibt es viele weitere kleinere Änderungen. Die Zusammenfassung

Lars Bolle am 21.10.2016
Volvo Ocean Race

Team Abu Dhabi Ocean Racing, Sieger des Race 2014/15. Auch 2017/18 wird mit Volvo Ocean 65s gesegelt

Die Organisatoren des Volvo Ocean Race drehen an Stellschrauben und auch größeren Rädern, um die Attraktivität der Teamregatta um die Welt weiter zu erhöhen. Dazu gehört ein neues Crewsystem, das die Einbindung von Frauen fördern soll.

Außerdem wird ein neues Wertungssystem eingeführt. Statt nach dem Low-Point-System wird nach dem High-Point-System gezählt: Wer am meisten Punkte hat, gewinnt. Das soll für Zuschauer eingängiger sein, weil es auch in anderen Sportarten wie der Formel 1 angewendet wird. Zugleich ergibt sich so die Möglichkeit, Zusatzpunkte zu vergeben. Diese wird genutzt, um den Charakter einer Hochseeregatta weiter zu betonen, der in der Vergangenheit durch kurze Etappen und eine Reduzierung der Routenanteile im Südpolarmeer teilweise verloren ging.

So sollen die beiden Etappen durchs Südpolarmeer, Kapstadt–Hongkong und Auckland–Itajai, sowie die Nordatlantik-Etappe Newport–Cardiff doppelt gewertet werden. Zusätzlich gibt es einen Bonuspunkt für den Gewinner jeder Etappe und für das Team, das als erstes Kap Hoorn rundet. Das Team mit der besten Gesamtsegelzeit über das Race hinweg erhält auch einen Zusatzpunkt. Die Ergebnisse der Inport-Races werden wie beim vorigen Mal nur zur Auflösung von Punktegleichständen in der Gesamtwertung herangezogen, behalten also in erster Linie ihren PR-Charakter.

Auch an der medialen Präsentation des Volvo Ocean Race wird weiter gearbeitet. In der Vergangenheit war der Internetzugang von Bord aus stark eingeschränkt, um Hilfe von außen zu unterbinden und so Chancengleichheit zu wahren. Bei der kommenden Regatta sollen jedoch alle Crewmitglieder die Möglichkeit erhalten, über ein extra programmiertes Tool, eine Art Internet-Einbahnstraße, eigene Posts auf ihre sozialen Netzwerke zu setzen.

Außerdem wird die Rolle des Onbord-Reporters geändert. Es wird nicht mehr jedes Team seinen eigenen Reporter haben, sondern es soll einen Pool geben, aus dem heraus die Reporter immer wieder die Teams wechseln. So soll eine unabhängigere und professionellere Berichterstattung gewährleistet werden.

Den Organisatoren ist es offenbar auch gelungen, die Teamstärke um eine achte Mannschaft zu erhöhen. Das achte Boot ist jedenfalls im Bau, zeitgleich werden die sieben bereits einmal eingesetzten Volvo Ocean 65s umfangreichen Refits unterzogen. Erstmals wird zur Ausrüstung der Boote auch ein Hydrogenerator gehören, der, wenn er sich bewährt, bei folgenden Auflagen ein Race unabhängig von fossilen Energielieferanten ermöglichen soll.

Eine weitere Neuerung sind verbindliche Qualifikationsregatten, die in erster Linie einer frühzeitigen Generierung von Öffentlichkeitsinteresse dienen sowie als Formcheck für die Crews. Dazu müssen die Teams am Rolex Fastnet Race teilnehmen sowie an einer extra geschaffenen Regatta von Lissabon zum Starthafen Alicante.
 

Lars Bolle am 21.10.2016

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