Volvo Ocean Race

"Ich habe einen großen Fehler gemacht"

Vestas-Navigator Wouter Verbraak nimmt erstmals in sehr offenen Worten Stellung zum Schiffbruch. Offenbar hat er das Riff einfach übersehen

Lars Bolle am 05.12.2014
Volvo Ocean Race

Navigator Wouter Verbraak

In einem Facebook-Beitrag erklärt der 39-jährige Niederländer Wouter Verbraak, wie es zum Auflaufen auf das Riff und der anschließenden Strandung kommen konnte. Offenbar hat er im Eifer des Wettkampfes und abgelenkt durch andere Ereignisse eine zu geringe Zoomstufe im Kartenmaterial gewählt und das Riff schlicht übersehen.

In Anbetracht der Erfahrung dieses Mannes ein eigentlich unerklärlicher Fehler. Verbraak hat bereits zwei Mal am Race teilgenommen, am America's Cup, dem Barcelona World Race sowie allen wichtigen Regatten der Welt.

Hier seine Stellungnahme:

Ich bin am Boden zerstört und stehe noch unter Schock wegen der Schwere unserer Strandung, während mir langsam bewusst wird, dass wir sicher auf Mauritius sind und etwas Zeit haben, das Geschehen zu reflektieren.

Ich habe einen großen Fehler gemacht, aber danach machten wir keine weiteren, obwohl viele schwierige Entscheidungen in einer herausfordernden Situation zu treffen waren.

Sobald ich Strom an die Bordlaptops bekomme (falls sie überlebt haben), kann ich genauer untersuchen, wie wir das Riff auf den elektronischen Karten übersehen konnten. Ich habe das Gebiet auf den elektronischen Karten untersucht, bevor ich mich zu einer Pause nach einem langen Tag hinlegte, währenddessen ich den tropischen Sturm untersucht hatte. Alles, was ich sah, waren die Tiefenangaben 42 und 80 Meter. Es gibt einen sehr guten Artikel, veröffentlicht auf http://blog.geogarage.com/2014/12/questions-asked-about-volvo-ocean-race.html, der die Zoom-Probleme mit den Karten, die wir nutzen beschreibt. (Boris Herrmann hat dies ebenfalls erläutert, d. Red.)

Ich kann euch versichern, dass wir vor jeder Etappe sehr fleißig unsere Route studieren, und ich benutze sowohl Google Earth, Papierkarten und andere Werkzeuge. Aber unsere geplante Route änderte sich kurz, bevor wir ablegten, und mit dem Fokus auf den Start und die heiklen Bedingungen nahm ich fälschlicherweise an, dass ich genug Informationen mithätte, um die Änderungen zu studieren, während wir unterwegs sind.

Ich lag falsch. Ich versuche nicht, Entschuldigungen zu finden, nur eine Art Erklärung zu geben und einige eurer Fragen zu beantworten.

Es gibt daraus eine Menge Lektionen zu lernen.

Verbraak bedankt sich zum Schluss noch für die Anteilnahme und Unterstützung seiner Freunde und besonders beim Team Alvimedica, das in der Nähe geblieben war und Unterstützung angeboten hatte, sowie bei dem Fischer und der Coastguard, die sie geretten haben.

Lars Bolle am 05.12.2014

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