Volvo Ocean Race

Harte Strafen für Dongfeng & Co

Das tut weh: Die Jury kannte bei der Verhandlung der Proteste der Wettfahrtleitung gegen drei Teams im Volvo Ocean Race kein Erbarmen

Tatjana Pokorny am 03.06.2015
Protestverhandlung in Lissabon

Die Jury kannte kein Erbarmen mit den Teams: Punktstrafen für Dongfeng, Mapfre und SCA

Für zwei der drei Bestraften ist es ein herber Rückschlag: Die Internationale Jury hat nach den Protesten der Wettfahrtleitung und den entsprechenden Verhandlungen am Mittwoch in Lissabon empfindliche Punktstrafen gegen das chinesische Dongfeng Race Team, das spanische Team Mapfre und die SCA-Frauenmannschaft ausgesprochen.

Protestverhandlung in Lissabon

Protestverhandlung der Isaf-Jury in Lissabon mit den Teams Dongfeng, Mapfre und SCA

Vor allem das Dongfeng Race Team trifft die Maßnahme hart, denn die Crew um Skipper Charles Caudrelier hatte nach der siebten von neun Etappen nur fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Abu Dhabi Ocean Racing. Nach der Jury-Bestrafung sind es nun wieder sechs Zähler, die das Team vor den abschließenden beiden Etappen von Ian Walkers führendem Team trennen.

Gleichzeitig bedeutet das Zurückrutschen um einen Zähler für Dongfeng den Gleichstand mit dem stark aufgekommenen holländischen Team Brunel, das die siebte Etappe gewonnen hatte. Offiziell liegen die Niederländer damit sogar vor Dongfeng, denn sie führen in der Inport-Wertung, die im Falle eines Gleichstands am Ende der zwölften Auflage des Meeres-Marathons als "Tiebreaker" herangezogen wird.

Team SCA Samantha Davies

SCA-Skipperin Samantha Davies: "Ehrliche Fehler ohne Vorteile für unser Team"

SCA-Skipperin Sam Davies, deren Mannschaft wegen zwei unterschiedlicher Regelverletzungen sogar mit zwei Strafpunkten belegt wurde, räumte "ehrliche Fehler ohne Vorteile für ihr Team" ein. Auch die Zeugen der beiden anderen Mannschaften gaben zu, die Verkehrstrennungsgebiete vor Newport tatsächlich in falscher Richtung befahren zu haben. Sie wiesen aber darauf hin, dass einige Konfusion an Bord darüber geherrscht habe, wie diese Gebiete markiert worden seien und in welchem Winkel die Boote sie hätten durchqueren dürfen. Die Informationen über das falsche Befahren der Gebiete hatte die Rennleitung von den Teams selbst während der Etappe erhalten.

Zuvor hatte Renndirektor Jack Lloyd erläutert, dass Regelverletzungen auf der Etappe von Newport (USA) nach Lissabon stattgefunden hatten. Das Volvo Ocean Race bleibt trotz oder gerade wegen der Entscheidungen in seiner Schlussphase spannend. Mapfre rutschte nach der Bestrafung mit nun 27 Zählern punktgleich hinter das US-Team Alvimedica zurück, weil die bessere Position der Amerikaner in der Inport-Wertung den Ausschlag zu ihren Gunsten gibt. 

Mit dem Comeback des dänischen Teams Vestas ist die Flotte für Etappe acht wieder komplett. Noch immer können Abu Dhabis Verfolger ihren Rückstand auf die Top-Favoriten auf dem vorletzten Abschnitt nach Lorient in der Bretagne so deutlich verkürzen, dass sie sich für den finalen Sprint nach Göteborg noch eine Siegchance erarbeiten können. Eng war es bisher schon, jetzt steigt die Anspannung und der Druck auf die Teams noch mehr – insbesondere auf Ian Walkers Crew, die sich trotz ihres Punktepolsters keinen Ausrutscher leisten darf. Der Startschuss zur achten Etappe fällt am 7. Juni.

Tatjana Pokorny am 03.06.2015

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online