Volvo Ocean Race

"Doppel-Whopper" für 2021/22

Die Entscheidung ist gefallen: Die 14. Auflage des Volvo Ocean Race wird in zwei Klassen ausgetragen! Die bekannten VO65er bleiben, die Imocas kommen

Tatjana Pokorny am 26.07.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Martin Keruzore/VOR

Dongfengs VO65 hat das Volvo Ocean Race 2017/18 in der spanndendsten Auflage der Geschichte des Rennens gewonnen

Die Organisatoren des Volvo Ocean Race haben heute bestätigt, was Manager Johan Salén der YACHT bereits in einem Interview in Ausgabe 14 ("Wir haben eine sehr gute Basis") vorab verraten hatte: Die kommende Auflage des Volvo Ocean Race wird mit zwei unterschiedlichen Bootsklassen ausgetragen. Die zuletzt eingesetzten VO65-Yachten bleiben eine weitere (dritte) Runde im Rennen. Neu kommen die von der Vendée Globe bekannten Imocas dazu.

Malizia

Imocas wie Boris Herrmanns "Malizia" werden bei der 14. Auflage des Meeres-Marathons eine neue eigene Klasse bilden

Beide Klassen weisen ganz unterschiedliche Charakteristika auf. Mit dem Parallel-Einsatz wollen die neuen Manager von Atlant Ocean Racing das Rennen weiter öffnen und mehr Segler und Designer ansprechen sowie ein größeres Spektrum an Zuschauern und Fans begeistern. Die Crews treten nur innerhalb ihrer Klasse gegeneinander an. Es werden zwei Siegertrophäen ausgeschrieben sein. Gleichzeitig wird es Teams erlaubt sein, eine Mannschaft in jeder der beiden Klassen an den Start zu schicken.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Auf den offen gestalteten VO65-Yachten hatten die Segler und Seglerinnen mit den Naturgewalten zu kämpfen

Die Imoca 60, die bislang vor allem von Solo- und Zweihand-Crews auf Langstrecken wie der Einhand-Nonstop-Weltumsegelung Vendée Globe oder beispielsweise der Route du Rhum gesegelt wurde und wird, steht für modernste Hightech-Entwicklung im Segelsport. Die Klasse soll von führenden Designern so weiterentwickelt werden, dass sie mit vollen Offshore-Mannschaften am Limit um die Welt gesegelt werden kann.

Im Gegensatz dazu stehen die VO65-Yachten als Einheitsklasse für hochspannende Etappenverläufe und Zieldurchgänge. Bei der 13. Auflage des Meeres-Marathons hatte es mehrfach Schlussphasen gegeben, in denen zwei oder mehr Boote binnen Minuten die Linie nach diversen Positionswechseln erreichten.

Johan Salén, einer der neuen Eigentümer des Rennens, sagte zur neuen Zweiklassen-Gesellschaft: "Indem wir das Rennen für die Imoca 60 und die VO65 öffnen, wollen wir die besten Segler, Designer und Teams der Welt dafür begeistern, diese Herausforderung anzunehmen und mit Mannschaften im Rennen um die Welt am Gipfelsturm teilzunehmen. Die Einführung der Imoca 60 bringt ein Design- und Konstruktions-Element ins Rennen, das uns auf das höchste Niveau an technologischem Leistungsvermögen bringt. Das wird den wettbewerbsfähigsten Akteure unseres Sports gefallen. Und wir haben gerade gesehen, wie eng und mitreißend der Event sein kann, wenn die VO65-Yachten im Einsatz sind. Indem wir das Rennen für beide Klassen öffnen, bekommen wir das Beste aus beiden Welten." 

Volvo Ocean Race 2017/2018

Die Sieger der 13. Auflage des Volvo Ocean Race vom Dongfeng Race Team. Am Ende des Rennens 2021/22 wird es zwei Sieger geben

Das neue Management glaubt, dass die VO65-Klasse auch künftig die jüngere Generation, Olympiasegler und America's-Cup-Athleten ansprechen wird. Salén sagt: "Es wird die Klasse sein, in der die Stars von morgen geboren werden. Wir wollen die Teams ermutigen, jüngeren Seglern eine Chance zu geben und die Talente von kleineren Booten in die Osshore-Welt zu bringen." Die "Notice of Race" für die 14. Auflage des Volvo Ocean Race ist bereits in Arbeit und soll im Herbst veröffentlicht werden. Darin werden dann Details wie die Anzahl der Segler und Seglerinnen pro Crew veröffentlicht. So bleibt das Thema "Diversity" – wird es wieder eine Incentive-Regel für Frauen geben? – bis dahin vertagt.

Für die nächste Auflage sind acht bis zehn Zwischenstopps geplant. Der Auswahlprozess der gastgebenden Hafenstädte ist bereits angelaufen, die ersten sollen in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. Die anspruchsvollen Southern-Ocean-Etappen werden beibehalten. Das Rennen wird im September oder Oktober 2021 erneut in Alicante starten und soll im Mai oder Juni 2022 in einem noch nicht festgelegten Hafen enden. Saléns Partner und Co-Direktor Richard Brisus sagte: "Dieses Rennen dreht sich seit 1973 um Menschen, die die Herausforderung einer Weltumsegelung annehmen. Die letzte Auflage zählte zu den besten in der Geschichte. Unser Job ist es nun, auf dieser Basis aufzubauen (…)." Eine weitere wichtige Botschaft der neuen Organisatoren zu diesem frühen Zeitpunkt: Atlant Ocean Racing wird das Rennen ab 1. Oktober 2018 vollständig übernehmen. Volvo bleibt als Sponsor des Rennens an Bord.

Tatjana Pokorny am 26.07.2018

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