Volvo Ocean Race

Das Triple im Visier: Burling vs. Tuke

Auf der letzten Etappe kämpfen drei Teams – Brunel, Mapfre und Dongfeng – um den Gesamtsieg. Auf zwei Booten ringen zwei Freunde um eine ganz besondere Krone

Tatjana Pokorny am 16.06.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Sam Greenfield/Volvo Ocean Race

Peter Burling: vom Hochsee-Azubi zum Siegsteuermann auf See

Auf der Jagd nach seglerischen Erfolgen haben sie mehr als ihr halbes Leben zusammen verbracht, sind im Tauranga Sailing Club gemeinsam groß geworden: Peter Burling, 27, und Blair Tuke, 28, sind Neuseelands Segel-Superstars. Gemeinsam haben Steuermann Burling und Vorschoter Tuke 2016 in Rio de Janeiro olympisches Gold im 49er gewonnen. Ein Jahr später haben sie als Steuermann und Trimmer mit dem Emirates Team New Zealand den America's-Cup-Gipfel gestürmt und Jimmy Spithill mit seinem Oracle Team USA vom Thron geschubst.

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Blair Tuke im Team Mapfre

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Peter Burling im Team Brunel

Jetzt geht es für die beiden Kiwis um den nächsten großen Sieg und das Triple, das vor ihnen noch kein Segler jemals gewinnen konnte. Dieses Mal aber sitzen "Pistol Pete" Burling und sein Kumpel Blair Tuke nicht in einem Boot. Burling greift als Teil von Bouwe Bekkings "Golden Boys" mit Team Brunel nach dem Volvo-Ocean-Race-Gesamtsieg. Blair Tuke verfolgt dasselbe Ziel mit Xabí Fernandez' spanischem Team Mapfre. Nur einer kann gewinnen. Wenn überhaupt. Denn auch Charles Caudreliers Dongfeng Race Team hat noch Chancen auf den Gesamtsieg. In dessen Team segelt mit Burlings und Tukes America's-Cup-Teamkameraden Daryl Wislang ein weiterer Kiwi und Cup-Segler, der seinen Landsleuten die Party verderben könnte.

Peter Burling ist inzwischen mit vielen Härten des Seesegelns vertraut. In seinem ersten Rennen um die Welt hat er laut Skipper Bekking eine extrem steile Lernkurve absolviert. Bekking habe, sagt er selbst, auch unfassbar viel von Burling und den anderen Crew-Mitgliedern aus dem America's Cup gelernt

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Blair Tuke im Einsatz auf Mapfre

Volvo Ocean Race 2017/2018

Inzwischen mit allen Wassern gewaschen: Team Brunels Top-Steuermann Peter Burling

Zuletzt aber war Brunel das Team der Stunde: Burlings Team hat Tukes Team auf der zehnten Etappe eine empfindliche Niederlage beigebracht. Nicht nur gewannen die "Gelben" das Duell in sehenswerter Weise mit 115 Sekunden Vorsprung im Ziel. Wenige Stunden vor der Entscheidung hatte Team Brunel Mapfre in starken Winden entzaubert und mit dominanter Geschwindigkeit überholt. Am Steuer in den vielleicht mitentscheidenden Momenten dieses Rennens um die Welt: Peter Burling.

Hier das fast schon infame Überholmanöver, als Team Brunel auf Etappe 10 Mapfre in starken Winden passierte. Danach konnte Bouwe Bekkings Team die Spanier trotz furioser Angriffe in Schach halten und die Etappe mit knappem Vorsprung gewinnen

Vor der Flotte der sieben Boote liegt nun der Schlusssprint von Göteborg über 700 Seemeilen nach Den Haag. Der Startschuss fällt am 21. Juni. Team Brunel und Mapfre starten mit 65 Punkten auf dem Konto Bug an Bug in den Showdown. Das Dongfeng Race Team hat in zehn Etappen zwar nur 64 Zähler sammeln können, darf aber im Geiste schon mit 65 Punkten kalkulieren, weil am Ende des Volvo Ocean Race ein Bonuspunkt für die schnellste gesegelte Zeit um die Welt verteilt wird und Dongfeng diese Wertung uneinholbar anführt, sich nur noch mit Materialbruch selbst um den Bonus bringen kann.

Während Burling und Tuke die Triple-Krone jagen werden, hat Dongfengs erfahrener Dary Wislang seinen zweiten Volvo-Ocean-Race-Sieg in Folge im Visier. Der Neuseeländer hatte die 12. Edition des Volvo Ocean Race auf Ian Walkers Abu Dhabi Ocean Racings "Azzam" gewonnen. Sicher ist vor dem atemlosen Finalsprint also: Mindestens ein Kiwi wird in Den Haag jubeln!

Tatjana Pokorny am 16.06.2018

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