Volvo Ocean Race

Das Gesicht des nächsten Volvo Ocean Race

Mehr Technologie, mehr Vielfalt, mehr Nachhaltigkeit und – die Frauen bleiben! So werben die Veranstalter in der vorläufigen "Notice of Race" für das Rennen

Tatjana Pokorny am 02.10.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Pedro Martinez/Volvo Ocean Race

Carolijn Brouwer war als Siegerin mit Charles Caudreliers Dongfeng Race Team die Seglerin des Rennens 2017/18. Sie hat nicht ausgeschlossen, dass sie noch einmal antritt

Das Werben der Veranstalter um neue Teams für das kommende Volvo Ocean Race 2021/22 hat nun auch offiziell begonnen: Mit einer vorläufigen "Notice of Race" und den Schlagworten "Technologie", "Diversity" und "Nachhaltigkeit" nimmt das Format der Zukunft Konturen an. Die vorläufige "Notice of Race" wurde nicht veröffentlicht, liegt YACHT online nach Anfrage in Alicante aber vor. Das 16-seitige Werk repräsentiert laut Regatta-Direktor Phil Lawrence zunächst nur eine Vision, die noch mit allen Interessengruppen diskutiert werden soll.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Die besten drei Skipper der letzten Auflage: Xabí Fernandez (Mapfre), Bouwe Bekking (Brunel) und Charles Caudrelier (Dongfeng). Wer von ihnen tritt 2021 wieder an?

Entschieden war bereits zuvor, dass die 14. Auflage des Meeres-Marathons in zwei Klassen (Imoca 60, VO65) ausgetragen wird. Nun wurde darüber hinaus bekanntgegeben, dass mehr Frauen denn je teilnehmen sollen und es für den Nachwuchs um eine neue Jugend-Trophäe geht. Angedacht sind für die Imocas folgende flexibel zu formierenden Crew-Zusammensetzungen: Fünf Akteure, unter denen mindestens eine Frau sein muss. Oder sechs Akteure, von denen mindestens vier Frauen sein müssen. Der Anbord-Reporter oder die Anbord-Reporterin kommen noch dazu. Es wird also eng auf den schnellen Monohull-Foilern, die bislang vor allem Solisten oder Zweihand-Crews über die Meere tragen.

Während die Imoca-60-Teams bei der kommenden 14. Auflage um den klassischen Volvo-Ocean-Race-Titel kämpfen (Hauptwettbewerb), geht es für die jüngeren Mannschaften auf den VO65-Rennziegen um die erste "Youth Challenge Trophy" in der Geschichte des bekanntesten Mannschaftsrennen um die Welt. Die Mehrheit der zehn Segler auf jeder VO65-Yacht müssen unter 30 Jahren alt sein, darunter wiederum mindestens drei sogar unter 26 Jahren. In allen Crews werden entsprechend verschiedener erlaubter Konfigurationsmöglichkeiten Seglerinnen am Start sein.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Ihr Nachwuchs-Konzept soll im kommenden Rennen zum Standard werden: Turn-the-Tide-on-Plastic-Skipperin Dee Caffari

"Diese Regeln werden sicherstellen, dass die besten Athleten des Segelsports an unserem Event teilnehmen", erklärt Volvo-Ocean-Race-Präsident Richard Brisius. "Gleichzeitig öffnen wir mit der Youth Challenge Trophy die Tür für die Teilnahme von Seglern an diesem sportlichen Gipfel zu einem früheren Zeitpunkt in ihrem Leben." Ein neues Nachhaltigkeits- und Umweltschutzprogramm soll in Form von Richtlinien alle Teams, gastgebenden Hafenstädte und Interessengruppen einbinden.

Mit dem Umstieg des Hauptfeldes auf die Imocas wollen die Veranstalter den Technologie-Aspekt stärken. "Historisch betrachtet, sind Design- und Leistungs-Durchbrüche seit der Premiere 1973 immer eine wichtige Erfolgskomponente des Rennens gewesen", sagt Co-Präsident Johan Salén, "die Yachten der Imoca-60-Klasse repräsentieren die innovativste Technologie seegängiger Einrumpfer. Die Segler und Designer werden jeden nur möglichen technischen Vorteil jagen, den sie finden können." Bleiben werden die Anbord-Reporter, die wieder live in Wort, Bild und Videos von den Booten aus allen Revieren der Welt berichten sollen. Die offizielle Meldefrist beginnt am 11. Dezember.

Foil-Imoca 60 Malizia mit Boris Herrmann als Skipper

Bilden das neue Hauptfeld im Volvo Ocean Race 2021/22: foilende Imocas wie Boris Herrmanns "Malizia" auf diesem Bild

Tatjana Pokorny am 02.10.2018

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